Mord und Margaritas

Kinostart: 20.04.06
2005
Filmplakat: Mord und Margaritas

FBW-Pressetext

Ein Zuseh-Erlebnis, wie lässig und wie gutgelaunt Pierce Brosnan hier seinem Image als James Bond ein fröhliches Adieu sagt. Das Buddy-Movie mit seinen zwei gegensätzlichen Charakteren - mit dem verführerischen Auftragskiller und dem braven Geschäftsmann - überrascht mit einem originellen Drehbuch , dazu mit viel Schwarzem Humor und mit bizarren Wendungen.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Kategorie:Arthouse
Gattung:Drama; Thriller; Komödie; Kriminalfilm
Regie:Richard Shepard
Darsteller:Greg Kinnear; Hope Davis; Pierce Brosnan
Drehbuch:Richard Shepard
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:97 Minuten
Kinostart:20.04.2006
Verleih:Buena Vista Filmverleih
Produktion: Miramax Films Corporation, Miramax Films
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Wenn zwei Männer aufeinander treffen, die so unterschiedlich sind wie die beiden Helden in „Mord und Margaritas“, sind Überraschungen und schwarzer Humor garantiert. Julian Noble, dargestellt von Pierce Brosnan, ist ein gedungener Killer, heimatlos ohne Familie oder Freunde, stets unterwegs. Danny Wright (Greg Kinnear) ist ein solider Geschäftsmann, glücklich mit seiner Frau, und auch nach vierzehn Jahren noch verliebt und hingebungsvoll. Doch wie es auf Reisen manchmal geht, das Fremde reizt, die Einsamkeit in der Hotelbar öffnet Mund und Herz, und so nähern sich die beiden Männer an und entdecken Sympathie füreinander.

Die Symbolik der ersten Filmbilder lässt Ahnungen aufkommen, die sich später als geschickte atmosphärische Gags herausstellen. Ein Spiel von Verführung und fasziniertem Staunen beginnt. Als schließlich Julian in einer Nervenkrise nicht mehr in der Lage ist, seine Aufträge zu erfüllen, fleht er Danny um Hilfe an, der soll ihm als Freund beistehen, ihn unterstützen. Danny, zunächst entsetzt über die ihm zugedachte Rolle, erhört schließlich die Appelle Julians. Damit ist das mephistophelische Werk geglückt. Die Verführung hat funktioniert.

So ernst wie die Situation zunächst auch wirkt, kann sie nicht sein, denn wir haben es mit einer Schwarzen Komödie zu tun, die ganz auf den Effekt des Buddy-Movies setzt und damit auch gewinnt. Die beiden Darsteller glänzen in ihren Rollen und wer Pierce Brosnan nur aus der Rolle als James Bond kennt, mag staunen über seine Charakterdarstellung in diesem Film, die komödiantisch ist, ohne eindimensional zu sein. Der Machismo des vermeintlich ewigen Gewinners wirkt so komisch wie überzeugend. Mit seiner Darstellung des Julian Noble überzeugt er als diabolischer Verführer.

Die bizarre Tonlage der Inszenierung wird zum Beispiel unterstrichen durch eine Reise um die Welt an Hand von Ansichtskarten, mit denen die Auftragsstationen Nobles nachvollzogen werden. Auch die Männlichkeitssymbole, dargestellt im Stierkampf und am Straßenrand in Form eines schwarzen Porsche, werden dezent und wirksam eingesetzt. Die komödiantische Seite kommt vor allem in der Männerfreundschaft der beiden Hauptfiguren zum Tragen. Die Metamorphose des braven Danny Wright in der Annäherung an den bewunderten Freund Noble vollzieht sich glaubhaft schleichend. Der Film enthält sich zu seinem Vorteil der Klischees sexistischer Art, was nicht selbstverständlich ist.

Ein Mitglied der FBW-Jury fühlte sich an Peckinpahs „Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia“ erinnert, ein anderes Jurymitglied mochte das Vergnügen am Schwarzen Humor nicht nachvollziehen. Ausstattung und Look des Films wirken stimmig und überzeugend, während Kamera und Schnitt sich im eher konventionellen Rahmen bewegen.