Cars

Kinostart: 07.09.06
2006
Filmplakat: Cars

Jurybegründung

Bis in den Abspann originell ist dieser technisch ausgefeilte, filmisch brillante, auf vielen Ebenen unterhaltsame und absolut familientaugliche Animationsfilm. Das überraschende Sujet, alle Darsteller sind Autos, stellt ganz neue Anforderungen an die Lachmuskeln. Ein fortwährendes Vergnügen (und eine große Leistung der Filmemacher) ist es alleine schon, all den automobilen Darstellern zuzuschauen und die Variationsbreite der Ausdrucksformen, Freude- und Kummerbezeugungen per Kühlergrill, Scheinwerfern und Scheibenwischern zu bewundern. Da ist es nur folgerichtig, dass auch die Zuschauer des Autorennens im Film selber Autos sind.
Mit einem die Ohren strapazierenden Autorennen beginnt es, ein Formel-Eins-Einstieg sozusagen, später wird sich das als eleganter dramaturgischer Kniff entpuppen.
Wir befinden uns auf der Rennpiste, wo der Hauptdarsteller eingeführt wird – Lightning McQueen ist sein Name und feuerrot seine Farbe. Ein ehrgeiziges junges Kerlchen, das es eilig hat, das nächste Rennen zu gewinnen. Das soll in Kalifornien stattfinden, und um die Pneus für das nächste Rennen zu schonen, wird er in einen Transporter verladen. Auf dem Highway in der Wüste kommt der Transporter ins Schleudern, unser Held findet sich in einer ihm fremden Gegend wieder, braust einfach drauf los und gelangt so eher unfreiwillig nach Radiator City. Das ist eine (auch vom automotiven) Fortschritt vergessene kleine Stadt an der „alten“ Traumstraße Route 66 mitten in einer gigantisch-schönen Sandstein-Landschaft gelegen. Mit diesem Abstecher in eine nostalgisch-schöne Welt verlangsamt sich auch das Tempo des Films. Niemand droht hier mehr, aus den erzählerischen Kurven zu fliegen. Elegant wechselt das Erzähltempo, der filmische Fahrgenuss steigert sich unentwegt.
Weil Lightning McQueen es zuerst mit dem Weiterkommen so eilig hat, demoliert er bei seinen wilden Manövern die Haupstraße und wird von Doc Hudson, dem Richter des Orts, zur Wiedergutmachung durch Arbeitseinsatz verurteilt. „In deiner Karosserie möchte ich nicht stecken“, sagt dazu der Sheriff, ein bärbeißiger alter Dodge. Weil er schlampt, wird Lightning McQueen zum Nachbessern gezwungen. So lernt er (und mit ihm die Zuschauer) im Lauf der Zeit alle Bewohner von Radiator City kennen: den verrückten Schrott-Abschlepper Hook, der sein bester Kumpel wird, den Fiat Cinquecento mit italienischem Akzent, der mit Autoreifen handelt, den VW Bully, einen Hippie, der nur Bio-Diesel zu sich nimmt, und Sally, einen sexy metallicblauen Porsche 911 mit Hüftschwung. Während er mit Hook den dümmlichen Traktoren nächtliche Streiche spielt, lernt er tags darauf Sally kennen, die ihm das Wheel Well Hotel zeigt, das romantisch oberhalb des Orts liegt.

Der Film ist überreich an solch liebevollen Details und die Dialoge charakterisieren die Automobil-Helden so treffend, dass es einfach Spaß macht, zuzusehen, wie die kleine Stadt sich an ihren neuen Helden gewöhnt und wie auch er die Eigenheiten und Qualitäten der einzelnen Bewohner kennenlernt. Die Animation wendet dabei einen so einfachen wie genialen Trick angewandt, um den Automobilen menschliche Züge zu verleihen. Wichtigste Merkmale neben der individuellen Form der Autos sind nur die Augen und der Mund, die Scheinwerfer und Stoßstangen. Auf die weitere physiognomische Gestaltung eines Gesichts kann so verzichtet werden, die Wirkung ist überzeugend genug. Die liebevolle und außergewöhnlich sorgfältige deutsche Synchronisation wird gestalterisch eingesetzt, um die Dialoge auf landestypische Eigenschaften auszurichten. Bekannte deutsche Stimmen wie die von Daniel Brühl (Lightning McQueen) Rick Kavanian (Hook) und Heike Makatsch (Sally) geben den Dialogen den richtigen Drive und die nötige Ernsthaftigkeit, um auch die romantischen und ruhigen Momente zur Geltung zu bringen.
Die zeichnerische Gestaltung der Landschaft als wichtiger Bestandteil des Films wirkt gigantisch auf der Leinwand und unterstreicht die philosophischen Momente. Vom „heiligen Auspuffrohr“ bis zum „aktiven Windschatten“ gibt es viele automobil-spezifische Sprach-Gags, die Spaß machen. Der 50er-Jahre-Look macht die Autogesellschaft überaus glaubwürdiger und betont die liebevolle Gestaltung des Films.
Ein gelungener Familienfilm, der keine Wünsche offen lässt.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Kinder-/Jugendfilm
Regie:John Lasseter
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:116 Minuten
Kinostart:07.09.2006
Verleih:Buena Vista Filmverleih
Produktion: Pixar Animation Studios , Pixar Animation Studio Films
FSK:0

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Bis in den Abspann originell ist dieser technisch ausgefeilte, filmisch brillante, auf vielen Ebenen unterhaltsame und absolut familientaugliche Animationsfilm. Das überraschende Sujet, alle Darsteller sind Autos, stellt ganz neue Anforderungen an die Lachmuskeln. Ein fortwährendes Vergnügen (und eine große Leistung der Filmemacher) ist es alleine schon, all den automobilen Darstellern zuzuschauen und die Variationsbreite der Ausdrucksformen, Freude- und Kummerbezeugungen per Kühlergrill, Scheinwerfern und Scheibenwischern zu bewundern. Da ist es nur folgerichtig, dass auch die Zuschauer des Autorennens im Film selber Autos sind.
Mit einem die Ohren strapazierenden Autorennen beginnt es, ein Formel-Eins-Einstieg sozusagen, später wird sich das als eleganter dramaturgischer Kniff entpuppen.
Wir befinden uns auf der Rennpiste, wo der Hauptdarsteller eingeführt wird – Lightning McQueen ist sein Name und feuerrot seine Farbe. Ein ehrgeiziges junges Kerlchen, das es eilig hat, das nächste Rennen zu gewinnen. Das soll in Kalifornien stattfinden, und um die Pneus für das nächste Rennen zu schonen, wird er in einen Transporter verladen. Auf dem Highway in der Wüste kommt der Transporter ins Schleudern, unser Held findet sich in einer ihm fremden Gegend wieder, braust einfach drauf los und gelangt so eher unfreiwillig nach Radiator City. Das ist eine (auch vom automotiven) Fortschritt vergessene kleine Stadt an der „alten“ Traumstraße Route 66 mitten in einer gigantisch-schönen Sandstein-Landschaft gelegen. Mit diesem Abstecher in eine nostalgisch-schöne Welt verlangsamt sich auch das Tempo des Films. Niemand droht hier mehr, aus den erzählerischen Kurven zu fliegen. Elegant wechselt das Erzähltempo, der filmische Fahrgenuss steigert sich unentwegt.
Weil Lightning McQueen es zuerst mit dem Weiterkommen so eilig hat, demoliert er bei seinen wilden Manövern die Haupstraße und wird von Doc Hudson, dem Richter des Orts, zur Wiedergutmachung durch Arbeitseinsatz verurteilt. „In deiner Karosserie möchte ich nicht stecken“, sagt dazu der Sheriff, ein bärbeißiger alter Dodge. Weil er schlampt, wird Lightning McQueen zum Nachbessern gezwungen. So lernt er (und mit ihm die Zuschauer) im Lauf der Zeit alle Bewohner von Radiator City kennen: den verrückten Schrott-Abschlepper Hook, der sein bester Kumpel wird, den Fiat Cinquecento mit italienischem Akzent, der mit Autoreifen handelt, den VW Bully, einen Hippie, der nur Bio-Diesel zu sich nimmt, und Sally, einen sexy metallicblauen Porsche 911 mit Hüftschwung. Während er mit Hook den dümmlichen Traktoren nächtliche Streiche spielt, lernt er tags darauf Sally kennen, die ihm das Wheel Well Hotel zeigt, das romantisch oberhalb des Orts liegt.

Der Film ist überreich an solch liebevollen Details und die Dialoge charakterisieren die Automobil-Helden so treffend, dass es einfach Spaß macht, zuzusehen, wie die kleine Stadt sich an ihren neuen Helden gewöhnt und wie auch er die Eigenheiten und Qualitäten der einzelnen Bewohner kennenlernt. Die Animation wendet dabei einen so einfachen wie genialen Trick angewandt, um den Automobilen menschliche Züge zu verleihen. Wichtigste Merkmale neben der individuellen Form der Autos sind nur die Augen und der Mund, die Scheinwerfer und Stoßstangen. Auf die weitere physiognomische Gestaltung eines Gesichts kann so verzichtet werden, die Wirkung ist überzeugend genug. Die liebevolle und außergewöhnlich sorgfältige deutsche Synchronisation wird gestalterisch eingesetzt, um die Dialoge auf landestypische Eigenschaften auszurichten. Bekannte deutsche Stimmen wie die von Daniel Brühl (Lightning McQueen) Rick Kavanian (Hook) und Heike Makatsch (Sally) geben den Dialogen den richtigen Drive und die nötige Ernsthaftigkeit, um auch die romantischen und ruhigen Momente zur Geltung zu bringen.
Die zeichnerische Gestaltung der Landschaft als wichtiger Bestandteil des Films wirkt gigantisch auf der Leinwand und unterstreicht die philosophischen Momente. Vom „heiligen Auspuffrohr“ bis zum „aktiven Windschatten“ gibt es viele automobil-spezifische Sprach-Gags, die Spaß machen. Der 50er-Jahre-Look macht die Autogesellschaft überaus glaubwürdiger und betont die liebevolle Gestaltung des Films.
Ein gelungener Familienfilm, der keine Wünsche offen lässt.