The Holdovers

Kinostart: 25.01.24
2024
Filmplakat: The Holdovers

FBW-Pressetext

Alexander Paynes neuer Film erzählt von einer unfreiwilligen Gemeinschaft aus einem Lehrer, einem Schüler und der Schulköchin, die die Weihnachtstage allein in einem Elite-Internat verbringen. Mit seiner Liebe für jede einzelne grandios gespielte Figur und einer zutiefst menschlichen Botschaft hüllt THE HOLDOVERS die Zuschauenden ein wie eine wärmende Decke.

Weihnachten 1970: An den Feiertagen verlassen die Schüler und Schülerinnen des Elite-Internats Barton Academy in Neu-England die Schule, um die Zeit mit ihren Familien zu verbringen. Einige von ihnen bleiben zunächst zurück – aus verschiedenen Gründen. Natürlich müssen sie beaufsichtigt werden. Eine Aufgabe, die in diesem Jahr dem unbeliebten Geschichtslehrer Mr. Hunham obliegt. Nach einigen Tagen ist außer Hunham und der Köchin Mary nur noch ein Schüler übrig: Angus. Angus mag Mr. Hunham nicht. Und umgekehrt. Doch ob sie wollen oder nicht, sie müssen da jetzt zusammen durch. Das kann ja ein frohes Fest werden.

Schon der Vorspann, in dem die Bilder grobkörnig über die Leinwand huschen und Soundtrack und Setting nostalgische Gefühle erwecken, macht klar: THE HOLDOVERS ist ein im besten Sinne retrospektiv erzählter Film. Alexander Payne und der Drehbuchautor David Hemingson setzen die Handlung in den 1970er Jahren an und lassen sich Zeit, die Figuren emotional zu „entblättern“ – mit all ihrer verschrobenen Liebenswürdigkeit. Mary, die Köchin, verwehrt in ihrer Trauer um ihren Sohn jeden Trost, der Schüler Angus verbirgt seine Verletzlichkeit hinter Trotz und Rebellion. Und Mr. Hunham trägt sein Geschichtslehrer-Wissen um vergangene Zeiten wie ein Schutzschild, um seine Mitmenschen auf Abstand zu halten. Dass die Figuren für sich alleine und miteinander funktionieren, liegt auch am exzellenten Drehbuch, dessen Dialoge leicht und spritzig sind, dabei aber nie Tiefe vermissen lassen. Und an dem umwerfenden Spiel des Schauspiel-Ensembles. Da'Vine Joy Randolph benötigt als Mary oftmals nur wenige Blicke und knappe Worte, um ihre Stärke deutlich zu machen. Dominic Sessa als Angus verkörpert in seiner ersten Rolle die komplexe emotionale Bandbreite eines heranwachsenden jungen Mannes, der mal kindlich-verletzlich erscheint und manchmal so groß tut, als gehöre ihm die ganze Welt. Und was Paul Giamatti in nur einer Großaufnahme mit seiner Mimik erzählt und wie er hinter der Maske eines abweisenden Eigenbrötlers einen gewitzten, verletzlichen und empathischen Menschen hervortreten lässt, gehört zu dem Besten, was Schauspielkunst leisten kann. Kongenial dazu passend die Kamera von Eigil Bryld mit genauem Gespür für die ruhende Großaufnahme oder Totale, ein stimmungsvoller Soundtrack voller 1970er-Tracks und ein winterlich-ländliches Setting, das einen eigenen Kosmos erschafft. In dem aus einer unfreiwilligen Gemeinschaft eine Art Ersatzfamilie wird. Das alles macht aus THE HOLDOVERS zeitlos warmherziges Erzähl- und Schauspielkino.

Filminfos

Gattung:Drama; Komödie; Spielfilm
Regie:Alexander Payne
Darsteller:Paul Giamatti; Tate Donovan; Da'Vine Joy Randolph; Carrie Preston; Gillian Vigman; u.v.a.
Drehbuch:David Hemingson
Kamera:Eigil Bryld
Schnitt:Kevin Tent
Musik:Mark Orton
Webseite:upig.de;
Länge:134 Minuten
Kinostart:25.01.2024
Verleih:Universal
Produktion: Miramax Films Corporation, CAA Media Finance; Gran Via Productions;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Das Gutachten folgt in Kürze.