The Butcher Boy

Kinostart: 26.02.98
1997
Filmplakat: The Butcher Boy

Kurzbeschreibung

Irland, 60er Jahre, Geschichte eines 12jährigen Jungen, der unter den trostlosen familiären und sozialen Verhältnissen leidet, darauf mit aggressiven unkontrollierbaren Ausbrüchen reagiert und sich in seine Fantasiewelt flüchtet.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Komödie
Regie:Neil Jordan
Darsteller:Sean McGinley; Eamonn Owens; Peter Gowen
Drehbuch:Neil Jordan
Buchvorlage:Pat McCabe
Kamera:Adrian Biddle
Schnitt:Tony Lawson
Musik:Elliot Goldenthal
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:110 Minuten
Kinostart:26.02.1998
Verleih:Warner
Produktion: Geffen Pictures, The, Los Angeles, Calif., The Geffen Pictures; Calif. Green Pictures Ltd.;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Wie Aggression entsteht und sich zu einer unkontrollierbaren
Steigerung verdichtet zeigt dieser Film in beeindruckender Weise.
Im Mittelpunkt eines sorgfältig konstruierten Umfeldes steht ein
12jähriger Junge. Nicht nur die persönliche Lebenssituation mit
dem Freund, der nervenkranken Mutter, einem Alkoholiker als Vater
und der armseligen Familienunterkunft wird frei von
Sentimentalität gezeigt; auch die Bedrohung durch Institutionen
und selbstgerechte Nachbarn, durch religiöse Kulte und "böser"
Außenwelt (Außerirdische, Kommunisten, Atombombe) werden
überzeugend mit der Handlung verknüpft. In dem so entstehenden
Netz findet die Fantasie und die Lebenslust des Jungen immer
weniger Raum, seine Ausbruchsversuche enden in immer größeren
Katastrophen.

Konsequent hält der Film die Perspektive des Jungen auf die
Ereignisse durch, er stilisiert und überhöht analog dessen
Sichtweise. Das zwischen effektvollen Rollenspielen (gegenüber
den Erwachsenen) und aufrichtigen Gefühlen vielschichtig
differenzierende Spiel des jugendlichen Darstellers (Eamonn
Owens) macht die Nutzlosigkeit von moralischen Ansprüchen oder
Schuldzuweisungen deutlich.
So entsteht nicht nur das außergewöhnliche Porträt eines Jungen,
der aus der Bahn gerät. Durch ironische Brechungen in Spiel,
Kameraführung, Ausstattung und Musik weist der Film über dieses
Einzelschicksal hinaus.