Schnee, der auf Zedern fällt

Kinostart: 23.03.00
1999
Filmplakat: Schnee, der auf Zedern fällt

Kurzbeschreibung

Durch den Tod eines Fischers gerät ein junger Japaner unter
Mordverdacht. Das von rassistischen Vorurteilen geprägte
Verhältnis von Amerikanern und Asiaten vor Ort wird einer
schweren Belastungsprobe ausgesetzt, da die Kriegsvergangenheit
wieder aufbricht.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Thriller; Romanze; Mystery
Regie:Scott Hicks
Darsteller:Ethan Hawke; Youki Kudoh; Reeve Carney; Anne Suzuki
Drehbuch:Ronald Bass; Scott Hicks
Buchvorlage:David Guterson
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:127 Minuten
Kinostart:23.03.2000
Verleih:Universal
Produktion: Universal International Films, Inc., Universal International Films;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Scott Hicks nutzt die Romanvorlage von David Guterson für ein
mächtiges Filmepos, in dessen Mittelpunkt weniger die Aufklärung
eines angeblichen Mordes steht, als vielmehr ein Plädoyer gegen
Rassismus, Intoleranz und Vorurteile. Der Film ist routiniert und
mit hervorragenden Darstellern in Szene gesetzt. Sehr detailliert
zeigt er die Reise der Hauptfigur, eines jungen Journalisten, in
die Vergangenheit, in seine Kindheit und Jugend, die geprägt war
von seiner Liebe zu einer jungen Japanerin. Als diese Liebe an
den politischen Widrigkeiten des II. Weltkrieges zerbricht,
versucht der junge Mann, seinen Erinnerungen zu entfliehen. Doch
sie holen ihn angesichts des Todes eines Fischers wieder ein. Der
Japaner, der seine Jugendliebe geheiratet hat, soll den Fischer
ermordet haben. Der Prozeß gegen den Japaner ist geprägt von
rassistischen Vorurteilen und Emotionen.

Immer wieder wird collagehaft die Vergangenheit in das Geschehen
eingeblendet, die Geschichte der Liebe zwischen der Japanerin und
dem Amerikaner in Momentaufnahmen gezeigt. Dadurch entsteht eine
atmosphärische Dichte, der man sich nicht entziehen kann. Auch
die Vater-Sohn-Beziehung - der junge Journalist steht lange Zeit
im Schatten seines sympathischen und von allen verehrten
Übervaters - bringt ein weiteres Element in diesen Film, der wie
ein großes Sittengemälde aus den frühen 50er Jahren erscheint.
Die Reise in die Vergangenheit wird für den jungen Mann auch zu
einer Loslösung aus dem Schatten des Vaters und bedeutet das
endgültige Erwachsenwerden, indem er Verantwortung übernimmt und
den Mann der einstigen Geliebten rettet.

Allein beanstandet wurde von einigen Ausschußmitgliedern die
übermächtige Musik, die gelegentlich die Emotionen des Films
überlagert bzw. sie bis ins fast Unerträgliche übersteigert.
Doch trotz einiger Längen und formaler Manierismen ist dieser
Film ein gelungenes Beispiel für ein modernes Hollywood-Kino,
dessen Darsteller offenbar "europäischen" Vorbildern nacheifern.