Mulan

Kinostart: 19.11.98
1997
Filmplakat: Mulan

Kurzbeschreibung

Um ihren gebrechlichen Vater zu retten, gibt sich die Tochter als Mann aus und avanciert im Krieg zwischen Chinesen und Hunnen zur Volksheldin.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Drama
Regie:Tiny Bancroft; Barry Cook
Darsteller:Miguel Ferrer; Harvey Fierstein; Freda Foh Shen
Drehbuch:Rita Hsiao
Schnitt:Michael Kelly
Musik:Jerry Goldsmith
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:88 Minuten
Kinostart:19.11.1998
Verleih:Buena Vista Filmverleih
Produktion: Walt Disney Animations Studios, Walt Disney Pictures;
FSK:0

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

"Mulan" ist eine erfreuliche Überraschung. Dieser
Zeichentrickfilm erzählt keine der üblichen Tier- oder
Märchenfabeln. Anhand einer chinesischen Legende zeigt das
Disney-Studio zum ersten Mal zeitgemäß "girl-power". Die
Titelfigur ist ein starkes Mädchen, viel zu intelligent und
aktiv, um sich anpassen zu können, oder zur traditionellen
Mädchenrolle verbiegen zu lassen. Mulan durchbricht alle
Schranken und Barrieren eines starren und verkrusteten
Gesellschaftssystems. Der Film nimmt Mulan ernst und behandelt
bei aller Heiterkeit die Probleme weiblicher Identitätsfindung.
Dieser emanzipatorische Ansatz ist neu im Disney-Film, wenn er
auch etliche Jahre zu spät kommt.
Auf einer zweiten Erzählebene befaßt sich der Film mit
Ereignissen aus der chinesischen Geschichte und versteht es,
diese verständlich und interessant dem Zuschauer zu vermitteln.
Durch witzige Nebenfiguren, wie den kleinen Drachen und die
angeblich glückbringende Grille, wird die Handlung aufgelockert
und immer wieder durch freche Kommentare unterbrochen.

Die Animation ist perfekt und in ihrer Farbgebung zurückhaltend.
Die grandiosen Massenszenen erreichen insbesondere am Berghang
geradezu fotografische Präzision. Das Raketen-Feuerwerk beim
Kaiserpalast ist ein farbenprächtiger und poetischer Höhepunkt
des Films, der hier zugleich seinen eindrucksvollen emotionalen
Höhepunkt erreicht.
Vordergründig erzählt der Film zwar eine Geschichte aus
Kriegszeiten, Kampfszenen sind jedoch erfreulicherweise
minimiert.