Mein liebster Feind - Klaus Kinski

Kinostart: 07.10.99
1999
Filmplakat: Mein liebster Feind - Klaus Kinski

Kurzbeschreibung

Werner Herzog erklärt sich und sein Verhältnis zu dem Egozentriker Klaus Kinski, der dem Wahn stets näher ist als der Realität.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Dokumentarfilm
Regie:Werner Herzog
Drehbuch:Werner Herzog
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:99 Minuten
Kinostart:07.10.1999
Verleih:Zephir Film
Produktion: Werner Herzog Filmproduktion, Herzog, Werner Filmproduktion, Zephir Film; Café Productions; in Zusammenarbeit mit Arte; WDR; BR München; YLE Fin;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Filmen die Hauptrolle gespielt hat, Klarheit zu
verschaffen. Herzog ist für seinen Film an viele der Orte
zurückgekehrt, die ihn durch Dreharbeiten und persönliche
Erlebnisse mit seinem früheren Star Kinski verbinden. Es ist die
Geschichte einer Haß-Liebe, die zwei Männer miteinander verbunden
hat, die jeder auf seine Art eine Mischung aus Genie und Wahn
symbolisieren.

Die Darstellung des Menschen und Darstellers Klaus Kinski aus der
Sicht Werner Herzogs ist sehr subjektiv und sehr persönlich,
wobei man wenig über die Hintergründe von Kinskis Beruf und
Privatleben und über seinen wahren Charakter erfährt, obgleich
Herzog immer wieder betont, daß Kinski teils wahnsinnig, teils
ein hochsensibler Künstler gewesen sei.

Der Film kreist aber vor allem nicht um den Darsteller Kinski und
seine Beziehung zu Werner Herzog, sondern umgekehrt um Werner
Herzog und seine eigenen filmischen Ansichten und seine eigene
Karriere als Regisseur. So gerät der Film stellenweise zu einem
eher eitlen Selbstporträt Herzogs, was sich auch in seiner
Omnipräsenz in fast jeder Szene und jeder Aufnahme des Films
widerspiegelt. Das führt zu Wiederholungen sowohl von Herzogs
verbaler Darstellung seines früheren Schauspieler-Stars Kinski,
als auch zu einer sehr gleichförmigen Inszenierung des Films, der
sich stets auf einem gleichbleibenden dramaturgischen Niveau
bewegt.
Die Psyche Kinskis wird nur sehr oberflächlich gestreift, über
die Psyche Herzogs erfährt man dafür umso mehr. Dennoch hat der
Film durchaus seine Meriten, weil er einmal mehr verdeutlicht,
was für eine außerordentliche Persönlichkeit Klaus Kinski war -
trotz seiner Neigung zum Wahnsinn und zur Selbstüberschätzung und
trotz seiner permanenten Tobsuchtsanfälle. So ist dieser Film
auch als Hommage an einen Schauspieler zu werten, der vor acht
Jahren starb, weil er offensichtlich alle Kraft und sein Talent
in seine Filme eingebracht hat.