Mara und der Feuerbringer

Kinostart: 02.04.15
VÖ-Datum: 22.10.15
2014
Filmplakat: Mara und der Feuerbringer

FBW-Pressetext

Mara ist 14 Jahre alt und hat die ganz normalen Probleme eines ganz normalen Teenagers. Zur Schule geht sie nicht gern, denn da hängen nur Tussis rum, die sie ständig ärgern. Maras Mutter schiebt das auf die Pubertät. Aber Maras Mutter glaubt ja auch an Seelenwanderungen und umarmt Bäume. Und als Mara immer stärker von kriegerischen Visionen heimgesucht wird und ihr ein sprechender Ast sagt, es sei an ihr, die Welt zu retten, da weiß Mara: Für alles kann man die Pubertät nun auch nicht verantwortlich machen. Schon in seinem Roman gelang es Tommy Krappweis, die nordisch-germanische Mythologie zur Grundlage von Maras Abenteuer zu machen. Und auch bei der Verfilmung achtet er darauf, beide Aspekte miteinander zu vereinen. Mara als Heldin wider Willen ist eine ideale Identifikationsfigur für die gleichaltrige Zielgruppe, der ganz nebenbei auch noch wichtige Botschaften vermittelt werden. Wie viele junge Menschen leidet Mara unter dem Mobbing der Mitschüler und fühlt sich von der Mutter in ihren Problemen unverstanden. Beim Erwachsenwerden steht sie buchstäblich zwischen den Welten und erhält dann auch noch den Auftrag, als „Seherin“ die Welt vor dem Untergang zu bewahren. Kein Wunder, dass ihre Kommentare manchmal recht trocken und sarkastisch ausfallen. Für den Zuschauer ist dies umso vergnüglicher, wozu auch die Figur des Geschichtsprofessors Weissingers beiträgt, den Jan Josef Liefers mit wahrer kauziger Spielfreude verkörpert. Die Dialoggefechte zwischen ihm und Mara sind aber nicht nur komisch. Hier zeigt sich auch, wie genau Krappweis für seine Geschichten in der Nibelungensage und in anderen Aufzeichnungen recherchiert hat. In seiner gekonnten Mischung ist MARA UND DER FEUERBRINGER nicht nur unterhaltend, sondern liefert auch Einblicke in Geschichte, Mythologie und Legenden. Ein Fantasy-Abenteuer mit einer starken Heldin, das Lust auf mehr macht.
Prädikat wertvoll

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Filminfos

Gattung:Spielfilm; Fantasy; Kinder-/Jugendfilm
Regie:Tommy Krappweis
Darsteller:Lilian Prent; Jan Josef Liefers; Esther Schweins; Christoph Maria Herbst; Eva Habermann; Joseph Hannesschläger; Carin C. Tietze
Drehbuch:Tommy Krappweis
Buchvorlage:Tommy Krappweis
Kamera:Stephan Schuh
Schnitt:Jochen Donauer
Musik:Andreas Lenz
Jugend Filmjury:Lesen Sie auch, was die Jugend Filmjury zu diesem Film sagt...
Weblinks:moviejones.de; kinderfilmwelt.de; ;
Länge:94 Minuten
Kinostart:02.04.2015
VÖ-Datum:22.10.2015
Verleih:Constantin Film Verleih GmbH
Produktion: Rat Pack Filmproduktion GmbH, RTL Television;
FSK:6
Bildungseinsatz:visionkino.de;
Förderer:FFA; FFF Bayern; DFFF; Film- und Medienstiftung NRW
BD EAN-Nummer:4011976333784
DVD EAN-Nummer:4011976891086
Anbieter-Link:paramount.de

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Die 14-Jährige Mara hat es nicht leicht. Als pubertierende Einzelgängerin wird sie von einer Mädchengang in ihrer Schule gemobbt und ihre Mutter ist ihr als eine extreme Esoterikerin, die sie auf Baumumarmungstreffen mitnimmt, extrem peinlich. Und dann hat sie noch diese seltsamen Visionen, in denen sie mittelalterliche Menschen in Panik durch die Straßen rennen sieht. Sie sucht einen Professor für nordische Mythologie auf, den ihr genaues Wissen verblüfft und der ihr dabei hilft, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Mara stellt fest, dass sie sich in mythische Welten versetzen kann. Sie fragt sich nach ihrem ersten Sprung in eine andere Welt ironisch, ob sie nach „Moria gebeamt“ wurde und macht damit deutlich, dass dies ein Fantasyabenteuer voller Selbstbezüge auf das Genre ist. Dabei wird die nordische Mythologie, in die sie in ihren die Absencen reist, in dem Sinne ernst genommen, dass Tommy Krappweis viel Grundwissen über sie in seine Erzählung einstreut. Der Professor hält kleine launige Vorträge darüber, dass etwa drei unserer Wochentage aus der nordischen Sagenwelt übernommen wurden, dass die Nazis das Renommee dieses Forschungsgebietes fast völlig vernichteten und dass auch Siegfried und sein Drache ihren Ursprung in diesen Sagen haben. Wie hier Wissen vermittelt wird, kaschiert Krappweis geschickt dadurch, dass er den von Jan Josef Liefers gespielten Professor als eine skurrile Mischung aus Akademiker und Abenteuer gestaltet hat, der für viele Lacher sorgt. Auch sonst sind die Erwachsenen weitgehend als Karikaturen angelegt, denn Kinder und Jugendliche lachen immer gerne über die Älteren. Der beträchtliche Humor des Films ist genau auf dieses Zielpublikum zugeschnitten. So schwärmt Mara für den athletisch gebauten Siegfried und fällt fast in Ohnmacht, wenn er sein Hemd auszieht. Es gibt auch schöne kleine Gags wie jenen mit dem kleinen Jungen, der mit einem Holzschwert den Lindwurm bekämpfen will, aber schnell von seinen Eltern weggezogen wird. Krappweis erzählt und inszeniert mit viel Witz sowie Fantasie und wird dabei der Geschichte auf der „realistischen“ wie auch auf der „fantastischen“ Ebene gerecht. Sowohl der Konflikt mit der mobbenden Mitschülerin als auch der Kampf mit dem Feuerwesen, das die Welt vernichten will, werden nicht gemäß den bekannten Genrekonventionen gelöst. Mara gewinnt nicht mit der Hilfe von Superkräften oder Magie, sondern durch ihre innere Stärke und ihren Einfallsreichtum. Bemerkenswert ist auch, wie souverän und sympathisch Lillian Prent in der Titelrolle den Film trägt. Dass das Timing manchmal etwas holprig ist und die Spezialeffekte nicht dem durch Hollywood geprägten Standard entsprechen, verzeiht man da gerne.