Kurz und schmerzlos

Kinostart: 15.10.98
1998
Filmplakat: Kurz und schmerzlos

Kurzbeschreibung

Drei in Deutschland lebende Freunde bildeten eine verschworene Kriminellengang. Als einer von ihnen aussteigen will, müssen sie schmerzhaft erfahren, daß das Erwachsenwerden Konsequenzen für Verhalten und Einstellungen hat.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Thriller; Kriminalfilm
Regie:Fatih Akin
Darsteller:Mehmet Kurtulus; Aleksandar Jovanovic; Adam Bousdoukos
Drehbuch:Fatih Akin
Kamera:Frank Barbian
Schnitt:Andrew Bird
Musik:Ulrich Kodjo Wendt
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:99 Minuten
Kinostart:15.10.1998
Verleih:Universal
Produktion: Wüste Filmproduktion, Wüste Filmproduktion; ZDF;
FSK:16

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Der Film folgt einem klassischen Erzählmuster. Der in Deutschland
lebende Grieche Gabriel wird aus dem Gefängnis entlassen und will
ein neues Leben beginnen bzw. bald in seine Heimat, die Türkei,
zurückkehren. Doch seine beiden Freunde, der Serbe Bobby und der
Grieche Costa, wollen jedoch unbedingt, wenn auch
unterschiedlich, an die gemeinsame kleinkriminelle Vergangenheit
und Verschworenheit anknüpfen. Dies ist der Ausgangspunkt für die
konsequent und stimmig erzählte Geschichte von drei Freunden, die
auf schmerzhafte Weise begreifen müssen, daß sie gegenüber ihren
Taten und sich selbst verantwortlich sind. Früh zeigt der Film
überzeugend, daß ihr Habitus und ihre Lebensansprüche einerseits
eingedeutscht, aber andererseits ihre tiefen, tradierten Wurzeln
haben. Die damit verbundene Aggressivität ist explosiv und
erklärt sich vor dem Hintergrund dieses Entwurzeltseins.

So ist dieser Film einerseits ein realistisches Sozialdrama,
andererseits ein Genrefilm im Milieu von Mafia und Kriminellen.
Buch und Regie nutzen beide Aspekte, um die Geschichte dieser
Freundschaft und ihres tragischen Endes auf über weite Strecken
berührende Weise zu erzählen. Als sie sich am Ende denn doch
wieder in Mafia-Geschäfte verwickeln und verwickeln lassen,
stellt sich die Frage alternativ und fast tragisch, Freundschaft
oder Liebe.
Buch und Regie arbeiten hervorragend die Quintessenz ihrer
packend erzählten Geschichte heraus, wie sie sich auch drehen und
wenden, die Drei, im dennoch fremden Land, sie stehen auf der
Seite der Verlierer.
Die darstellerischen Leistungen sind überzeugend, nicht immer
kann die Darstellerin Alice, besonders in ihren großen Szenen,
mithalten und fällt leicht ab. Mitunter auch retardieren die
Szenen, sind nicht in jedem Fall auf den Punkt gebracht, oder
leisten sich kleine Ausuferungen, die zu wenig die Sinngebung der
Gesamtgeschichte bedienen. Dies schmälert gering die
künstlerische Gesamtqualität dieses erstaunlichen Debüts.