Kleptomami

Kurzbeschreibung

Lucy hat es satt, die perfekte Mutter zu geben. In ihr brodelt es. Als ein Kaufhausdetektiv ihren Kinderwagen filzt, findet er mehr als er sich jemals hätte vorstellen können. Ein Film über die Absurditäten des heutigen Mamiseins.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Spielfilm; Kurzfilm
Regie:Pola Beck
Darsteller:Rosalie Thomass; Sebastian Schwarz; Monika Oschek
Drehbuch:Daniel Thomaser; Pola Beck
Kamera:Juan Sarmiento G.
Schnitt:David J. Rauschning
Musik:Johannes Repka
Länge:9 Minuten
Kontakt:mklein@alittlefilmproduction.com
Produktion: a little film production Miriam Klein
Förderer:BKM; MBB; KJDF

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Die FBW-Jury hat dem Film das Prädikat wertvoll verliehen.

Rosalie Thomas brilliert in dieser sarkastischen Komödie als junge Mutter, die in einem Drogeriemarkt klaut und vom Ladendetektiv erwischt wird. Um ihn abzulenken und einer Anzeige zu entgehen, tischt sie ihm eine drastische Schauergeschichte von den Schmerzen bei der Geburt eines Kindes und der folgenden Traumatisierung auf. Es gelingt.
Die psychische Erkrankung Kleptomanie, ihre Ursachen und die Möglichkeiten einer Therapie interessieren die Filmemacher nicht. Nach der kurzen Einführung in den Film mit der Diebstahlszene karikieren sie geschickt die heutige Verklärung der Geburt und die modernen Lobpreisung des Mutterseins, bei der Frau Familie und Beruf mühelos unter einen Hut kriegt. Dabei greifen sie zu teils drastischen Bildern, wenn etwa die Geburt als Kriegssituation geschildert wird. Sie wollen provozieren, wenn sie ein Mutterverdienstkreuz verleihen, das in seiner Farbgebung an das AfD-Logo erinnert.
Der Film überzeugt durch seine Freude an der Zerstörung von Mythen und dem wilden Mix an Stilelementen und Bildern. Neben der inhaltlichen Verknüpfung von Kleptomanie und Geburt, mangelt es nach Meinung der Jury leider an einem größeren dramaturgischen Bogen.