Georgia

Kinostart: 19.09.96
1995

Kurzbeschreibung

Beziehungen einer jungen Rocksängerin, die verzweifelt um Anerkennung ringt, aber wegen Drogenabhängigkeit ständig Rückschläge erfährt, zu ihrer als Country-Sängerin erfolgreichen Schwester.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Kategorie:Spielfilm
Gattung:Drama
Regie:Ulu Grosbard
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:118 Minuten
Kinostart:19.09.1996
Verleih:Senator
Produktion: Bundesbeauftragte für Kultur*, Georgia Film Corporation, Hollywood, Calif.
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Jennifer Jason Leigh singt "Take Me Home": Acht Minuten lang, von einer ganz ruhigen Kamera beobachtet, und nur von wenigen Schnitten unterbrochen, schreit sie sich ihre verzweifelten Gefühle aus dem Leib und ins Mikrofon. In dieser einzigen Szene wird bereits die ganze Geschichte komprimiert. Sie ist der kaum zu übertreffende dramatische Höhepunkt des Films, der allein deshalb schon ein Prädikat verdient hätte.

Unübertrefflich ist auch die Hauptdarstellerin als "Sadie", dieses magere, eckige, stets zu stark geschminkte, angetrunkene oder zugedröhnte Wesen, das sich in dem Streben verzehrt, es der großen Schwester gleichzutun und eine erfolgreiche Rocksängerin zu werden. Nicht sie nachahmen will sie, sondern Eigenes ausdrücken, und überschreit sich dabei. Unter der schrillen Oberfläche der Sadie zeigt Jennifer Jason Leigh zugleich deren Unsicherheit und Liebebedürfnis. Als ihr Mann Axel sie verläßt, bricht für sie eine Welt zusammen, und sie landet, nur noch ein zitterndes Bündel Mensch, in einer Entziehungskur.
Die Darstellung der Rockszene und der wechselhaften Beziehung der beiden Schwestern hinterläßt einen starken Eindruck. Die Rolle der Sadie erscheint der Darstellerin wie auf den Leib geschneidert. Das Drehbuch schrieb den Figuren Dialoge, die in ihrer Echtheit und Menschlichkeit betroffen machen. Die Musik verselbständigt sich nicht, sondern ist in die Handlung eingebunden.

Der Ausschuß hätte dem Film gern auch das höchste Prädikat zuerkannt. Aber dafür fand sich keine Mehrheit, weil die Geschichte anfangs etwas lang erzählt wird und zunächst über eine bloße Reihung von Musiktiteln nicht hinauszukommen scheint.