Geliebte Clara

Kinostart: 04.12.08
VÖ-Datum: 05.06.09
2008

FBW-Pressetext

Der Film portraitiert die bemerkenswerte Musikerin Clara Schumann, die ihr Leben als 7fache Mutter, Pianistin, Komponistin und Ehefrau des manisch-depressiven Robert Schumanns zu meistern weiß. Als der junge ungestüme Johannes Brahms in das Leben der Schumanns tritt, beginnt eine eigenwillige Ménage a Trois der drei so unterschiedlichen Künstlertypen. Dreh- und Angelpunkt ist die Liebe zur Musik und die großen Gefühle, die alle drei miteinander verbinden. Martina Gedeck spielt herausragend die emanzipierte Clara, die sie intensiv verkörpert und damit dem Film atmosphärische Dichte verleiht. Geliebte Clara ist auch ein Musikfilm mit einem spektakulären Soundtrack, in dem man einfach schwelgen muss.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Spielfilm
Darsteller:Martina Gedeck; Pascal Greggory; Malik Zidi
Drehbuch:Helma Sanders-Brahms; Colo Tavernier; Nicole-Lise Bernheim
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:108 Minuten
Kinostart:04.12.2008
VÖ-Datum:05.06.2009
Verleih:Kinowelt
Produktion: Integral Film GmbH, Helma Sanders-Brahms Filmproduktion, MACT Productions, Medienboard Berlin Brandenburg, Objectiv Film
FSK:6
Förderer:FFA; MBB; Filmstiftung NRW; DFFF

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Eine filmische Annäherung an ein eigentümliches und besonderes Kapitel deutscher Musikgeschichte. Für die Autorin und Regisseurin Helma Sanders-Brahms „eine schreckliche, eine wunderbare, eine schlimme und eine gute Geschichte. Eine Geschichte von Musik und Menschen.“

Drei musikalische Genies verstrickt in eine „menage à trois“, geworfen in einen komplexen Gefühlsstrudel von Liebe und Begehren, von Huldigung und Eifersucht. Eine stets fesselnde und beziehungsreiche Konstellation, immer wieder zwischen Extremen pendelnd. So formuliert etwa Schumann seine ersten Eindrücke von Johannes Brahms mit dem Termini: „Brahms ist die streuende Katze, die ein Tiger werden wird.“ Und Brahms gesteht: “Ich möchte Ihr Sklave werden.“

Mit dieser hier skizzierten Grundmelodie des Films verweben sich noch andere Motive. Zum einen die Emanzipationsgeschichte der Clara Schumann, ihre für ihre Zeit so revolutionäre Attitüde einer kreativen Autonomie.

Zum anderen die Krankheitsstudie des Robert Schumann, die Tragik seines Abdriftens in Suchtabhängigkeit und Demenz. Ein Film auch mit wechselnden Gesichtern und Geschichten: Melodram, Tragödie, Persiflage von erstarrten Konventionen. Die menschlichen Extreme ihres Films setzt Sanders-Brahms immer in Beziehung zu dem Mirakel der Musik, ihrer bleibenden Suggestion und Faszination.

Geliebte Clara ist immer dann als Film mit künstlerischem Anspruch überzeugend und gelungen, wenn er selbst die stereotypen Versatzstücke des Genres negiert und sich allzu platten Metaphern verweigert.

Hervorzuheben ist die Besonderheit der schauspielerischen Leistungen einer Martina Gedeck und von Pascal Greggory als von Dämonen gehetzter und schließlich zermürbter Robert Schumann. Exzellent!