Die wilden Kerle 3

Kinostart: 02.03.06
2005
Filmplakat: Die wilden Kerle 3

FBW-Pressetext

Filmischer Punktsieg auch in Runde 3, in der wilde Biester die halbwüchsig gewordenen Kerle her-ausfordern. Im Geschlechter(wett)kampf muss man sich auch den eigenen Schwächen stellen.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Kategorie:Kinder-/Jugendfilm
Gattung:Jugendfilm
Regie:Joachim Masannek
Darsteller:Uwe Ochsenknecht; Claudia Michelsen; Adnan Maral; Jimi Blue Ochsenknecht
Drehbuch:Joachim Masannek
Webseite:diewildenkerle3.de;
Weblinks:kinderfilmwelt.de; filmsortiment.de;
Länge:93 Minuten
Kinostart:02.03.2006
Verleih:Buena Vista Filmverleih
Produktion: SAM-Film GmbH, Buena Vista International; SamFilm Produktion;
FSK:0

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Geschickt operiert „Die wilden Kerle 3“ mit einem sozusagen naturwüchsigen Problem, nämlich dem, dass seine Protagonisten mit dem nun dritten Film der Erfolgsserie immer älter werden und den Fußballschuhen mit den kleinen Größen mehr und mehr entwachsen. Aus diesem Handicap entwickelt der Film einige hübsche Szenen beim Rekrutieren der Mannschaft, die solchen „Kindereien“ wie dem Fußballmatch gegen eine wilde Mädchenmannschaft eigentlich schon fast entwachsen ist. Als Beispiel genannt sei der kleine Bankdirektor, dessen Vater (Uwe Ochsenknecht) auch gleich die Erwachsenenwelt gewichtig repräsentiert. Mit ihm gibt es Klamauk und Übertriebenes wie die Einsatztruppe, die sich von den Kindern mit einfachsten Mitteln in die Flucht schlagen lässt. Uwe Ochsenknecht aber hat auch eine der tiefgängigen Szenen in der milde überdrehten Kinderkomödie. Der Monolog mit seinem Spiegelbild („Warst du nicht auch einmal jung?“) ist ein kleines Kabinettsstück.


Eine schöne Szene sind die Jungs im Gewitter im Wald und ihre Fluchversuche, schön sind die Badeszene und der erste Kuss, ein filmisches Bild die Jagd durch das Maisfeld und die kreisrunde Lichtung, originell die „suchende“ Schreibmaschine und manch andere Erfindung. Viel, viel Fantasie beweist die Ausstattung, etwa die wilden Outfits, die Skulpturen, die Bandendomizile oder die Fortbewegungsmittel von den Drahteseln bis zu den schwereren Gefährten, vom Erfinder Hadschi ben Hadschi ganz zu schweigen. Geradezu ein running gag sind die im Film auftauchenden Schilder, ein Vergnügen die Filmzitate von „Denn sie wissen nicht, was sie tun“, „Clockwork Orange“, „Signs“ oder „Star Wars“ uind vielen anderen bis zu „Mad Max“. Keine schlechte Idee, junge Zuschauer auf diese Weise an die Filmgeschichte heranzuführen.

Unter dem Strich versammelte die FBW-Jury eine große Menge sorgsam inszenierter Details und Beobachtungen und sah auch die angespielten Themen Freundschaft und Konkurrenz, Angst und Mut filmisch gut gelöst.
Großes Geschick beweist die Inszenierung bei den Geschlechtergegensätzen und den „Anziehungen“. Die vorsichtige Liebesgeschichte von Leon und Vanessa ist sensibel in Szene gesetzt. Dem eigentlichen Handlungsmittelpunkt, dem Fußballmatch, gewinnt der Film einen eigenen „drive“ ab. Das Fußball-Squash und das Duell in der düsteren Arena sind fulminant in Szene gesetzt.

„Respekt kann man nicht kaufen“, heißt es in einem Filmsong, und auch ein Film muss sich den erarbeiten. Da ähnelt Teil 3 der „Wilden Kerle“ durchaus einem Match, bei dem mal die eine oder andere Mannschaft in Führung geht. Der Spielausgang in der FBW-Jury, um im sportlichen Sprachbild zu bleiben, war nach langer und kontroverser Diskussion durchaus knapp. Ein Teil der Jury fand die schauspielerische Qualität der Kinder unterschiedlich, ebenso die Dialoge. Ein zu großes Alterssegment versuche der Film abzudecken, wurde kritisch angemerkt.