Die Höhle des gelben Hundes

Kinostart: 28.07.05
2004
Filmplakat: Die Höhle des gelben Hundes

FBW-Pressetext

B. Davaas 2. Film führt abermals in die Mongolei und zeigt in wunderschönen Farben und Bildern den Alltag einer Nomadenfamilie - eine mit großem Einfühlungsvermögen und Sympathie erzählte (fiktive) Geschichte.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Dokumentarfilm
Regie:Byambasuren Davaa
Drehbuch:Byambasuren Davaa
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:93 Minuten
Kinostart:28.07.2005
Verleih:X Verleih
Produktion: Schesch Filmkreation GmbH & Co. KG, Luethje & Schneider Filmproduktion; HFF München;

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Der Dokumentarfilm mit Spielhandlungen fesselt den Betrachter von Beginn an. Der ungekünstelte Einblick in das Nomadenleben der Familie zeugt von einer sehr intensiven Vorarbeit, die es ermöglicht hat, ihrem Privatleben mit der Kamera so nahe zu kommen. Die einfühlsamen Bilder, die Originaltöne und der völlig Verzicht auf einen Off-Kommentar vermitteln eine größtmögliche Authenzität im gesamten Film. Dies trifft gerade auch auf die Szenen zu, in denen Inhalte und Bedeutung des erhalten gebliebenen Buddhismus tibetanischer Prägung deutlich werden. Das in dieser Lehre wichtige Thema der Wiedergeburt in ganz verschiedenen Lebensformen und darin die besondere Stellung der Beziehung zwischen Menschen und Hunden ist der Hintergrund für die stimmig eingefügte Spielhandlung und wird zweifach aufgegriffen. So fiebern die Betrachter mit der kleinen Nansal bei ihren schließlich von Erfolg gekrönten Bemühungen mit, den zugelaufenen jungen Hund behalten zu können. Zudem zeigt die alte Frau mit der titelgebenden Überlieferung von der Ehe eines Paares nach dem Verschwinden eines gelben Hundes und dessen Wiedergeburt als beider Kind, wie lebendig die Lehre geblieben ist. Jedes Leben ist wichtig.
Überzeugend ist auch die Einbeziehung der aktuellen Realität in das Leben der Familie in der Steppe. Grund der Reise des Vaters in die Stadt, in der Nansal zur Schule geht, ist, die Felle zu verkaufen und für seine Tochter für die Schulzeit Unterkunft bei Verwandten zu organisieren. Die Stadt wird für viele, die ihr Nomadenleben aufgegeben haben, ein neues Lebensziel. Aber die dort gezahlten Löhne sind oft zu gering, um eine ganze Familie zu ernähren. Schließlich wird humorvoll gezeigt, daß so manches in der Stadt erworbene neuzeitliche Geschenk im Alltag der Steppe völlig nutzlos ist.
Der Film besticht sowohl durch seine faszinierenden Landschaftsaufnahmen als auch seinen sensiblen Blick in das Familienleben. Der schlüssiger Schnitt, die sparsamen Dialoge und der pointierte Einsatz der Musik mit stimmiger Instrumentierung komplettieren den überragenden Gesamteindruck.