Der stille Amerikaner

Kinostart: 22.05.03
2002
Filmplakat: Der stille Amerikaner

FBW-Pressetext

Fesselnde Neuverfilmung des berühmten Romans von Graham Greene, die der Vorlage auf hohem Niveau gerecht wird und politisch hochaktuell ist.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:Phillip Noyce
Darsteller:Michael Caine; Brendan Fraser; Do Thi Hai Yen; Tzi Ma; Rade Serbedzija
Drehbuch:Christopher Hampton; Robert Schenkkan ( n.d. Roman von Graham Greene)
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:101 Minuten
Kinostart:22.05.2003
Verleih:Universal
Produktion: Miramax Films Corporation, Intermedia Films Equities; Mirage Enterprises;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Phillip Noyces Verfilmung des gleichnamigen Romans von Graham Greene trifft nicht nur den Zeitgeist der literarischen Vorlage, sondern ist auch ein glaubhaftes Geschichtsdokument. Saigon 1952: Eine Zeit, in der die französische Kolonialmacht
in Vietnam unter dem ständig wachsenden Druck der kommunistischen Truppen im Norden des Landes ihrem Ende zusteuert und bereits die von wirtschaftlichen und politisch-strategischen Interessen geprägte Präsenz der USA zu spüren ist.
Die Geschichte des britischen Journalisten Fowler (eine mit einer Oscar-Nominierung bedachte Glanzleistung von Michael Caine als kühl-zurückhaltender Londoner Gentleman, der aber durchaus zu Emotionen fähig ist) bietet einen eindrucksvollen Einblick in das Leben des von Kolonialmächten geprägten Saigons, wie auch die Befindlichkeit des víetnamesischen Volkes in seiner von verschiedenen Machtinteressen geprägten Zerrissenheit.
Die Dreiecksbeziehung zwischen Fowler, dem undurchsichtigen Amerikaner Pyle (etwas farblos dargestellt von Brendan Fraser) und der wunderschönen Vietnamesin Phuong ist so glaubhaft wie auch die Tatsache, daß der alternde Fowler in echter Verliebtheit den drohenden Verlust der Freundin als "Beginn seines Todes" bezeichnet.
Ein lebensgefährlicher Ausflug Fowlers ins nördliche Kriegsgebiet und ein entsetzliches Bombenattentat im Zentrum Saigons sind Beweis dafür, daß man die Schrecken des Krieges und die Skrupellosigkeit einkalkulierter Opfer von unschuldigen Menschen aus der Zivilbevölkerung zur Durchsetzung politischer Macht zwar äußerst realistisch, aber auch ohne überzogene Action und unnötige Grausamkeiten filmisch umsetzen kann.
Die Leistung der Kamera, die perfekte wie auch unaufdringliche Ausstattung sowie die musikalische Untermalung gehören zu den weiteren überzeugenden handwerklichen Elementen dieses mit großem Aufwand produzierten Polit-und Liebesdramas.