Filmplakat: Catorce

FBW-Pressetext

Über den Kornfeldern der spanischen Provinz schwirrt der Sommer; ein Sommer, der so endlos scheint wie die Straßen; ein Sommer wie jeder andere, ebenso festgefahren in seiner Art wie die Ansichten der Erwachsenen, die hier leben. Lara und Roque leben an diesem Ort, in diesem Sommer, werden hier zu Erwachsenen und sind doch anders als die sexistische Gesellschaft, anders als die Einheimischen. Sehr subtil und äußerst atmosphärisch schildert Daniel Sánchez López in seinem beeindruckenden Kurzfilmwerk Intimität und Gefühl des Coming-of-Age und wählt dabei sehr kluge visuelle Ausdrucksformen. Statt fester Tableaus bewegen sich die Figuren in CATORCE durch die Räume. Sie durchqueren ihren Alltag und berühren so ganz viele Themen, die noch lange nach dem Film nachhallen. Hier drückt ein Film ein Lebensgefühl der Jugend aus, ohne es herausschreien zu müssen, und wird damit umso intensiver.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Kurzfilm; Fiction
Regie:Daniel Sánchez López
Darsteller:Lorena Pozo; Vicente Cano
Drehbuch:Daniel Sánchez López
Kamera:Hanna Biørnstad
Schnitt:Thea Aae
Musik:Chema Diaz; Leo Avant; PUTOCHINOMARICON
Länge:12 Minuten
Produktion: Daniel Sánchez López, Cosmic Productions;

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

In CATORCE wird vom Lebensgefühl Jugendlicher erzählt, die einen Sommertag erleben. Der Hauptprotagonist ist ein 14jähriger, der sein queeres Lebensgefühl voll auslebt und sich dabei auch durch Anfeindungen wie Beschimpfungen auf der Straße nicht aus der Ruhe bringen lässt. Daniel Sánchez López erzählt konsequent aus der Perspektive der Jugendlichen, indem seine Kamera nie die Erwachsenen zeigt, von denen auf der Tonebene nur Gesprächsfragmente zu hören sind. Stattdessen zeigt er seine Protagonist:innen in Situationen, in denen subtil erstaunlich viele gesellschaftliche Themen und Subtexte angerissen, aber nicht auserzählt werden. So ist ein junges Mädchen, das Catorce in einer spielerisch, vertrauten Szene mit bunt leuchtendem Strass schmückt aus Rumänien, also in dem ländlich, spanischen Milieu des Films ebenso eine Außenseiterin wie Catorce. Bei einer Familienszene wird deutlich, wie gering Catorces Vater seinen Sohn schätzt, indem er sich nur für das Fußballspiel im TV interessiert und den Lob der Mutter über die guten Schulnoten des Sohnes grob unterbricht. Ein junges Mädchen wehrt die Zudringlichkeiten eines Jugendlichen ab, der daraufhin alleine auf seinem Moped davonfährt und sie zurücklässt. Als Catorce sie auf ihrem Fahrrad mitfahren lassen will, setzt sie sich durch und fährt selber, während er auf der Lenkstange mitfährt. Mit dieser Schlussszene wird geschickt ein Bogen geschlossen, denn am Anfang des Films weigerte sich der Freund der jungen Frau, auch sie einmal sein Moped steuern zu lassen. López gelingt es, in seinem Film eine überaus stimmige und hoffnungsvoll optimistisch stimmende Momentaufnahme dieser jungen Menschen zu zeigen, die noch so wirken, als würden sie alles zum ersten Mal tun.