Cassandras Traum

Kinostart: 05.06.08
VÖ-Datum: 04.12.08
2007
Filmplakat: Cassandras Traum

FBW-Pressetext

Der Wert von Schein und Sein. Eine Geschichte über Moral und schicksalhafte Verstrickungen. Die Brüder Terry und Ian haben es bisher zu nichts gebracht, sind aber Wichtigtuer vor dem Herrn. Weil der eine hohe Spielschulden und der andere eine anspruchsvolle neue Freundin hat, benötigen sie dringend Geld und nehmen einen unmoralischen Auftrag an. Cassandras Traum fasziniert durch sorgfältige Figurenzeichnung, beziehungsreiche und symbolträchtige Bilder, untermalt von Philip Glass’ gekonnt akzentuierender Musik. Woody Allen schafft einen tragischen, hoch spannenden Thriller, ein Psychodrama von beachtlicher Tiefenschärfe, der auch vielen Vorbildern von Ingmar Bergmann bis René Clément Tribut zollt.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Kategorie:Arthouse
Gattung:Drama; Spielfilm
Regie:Woody Allen
Darsteller:Colin Farrell; Ewan McGregor; Tom Wilkinson; Sally Hawkins
Drehbuch:Woody Allen
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:108 Minuten
Kinostart:05.06.2008
VÖ-Datum:04.12.2008
Verleih:Constantin Film Verleih GmbH
Produktion: Iberville Productions, Iberville Production, Virtual Studios, Wild Brunch
FSK:12

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Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Vielleicht hätten Terry und Ian die schöne Holzjacht, die sie sich zusammen gekauft und mühsam zusammengespart hatten, nicht ausgerechnet „Cassandra“ nennen sollen? Vielleicht wäre dann manches im Leben dieser beiden Brüder, die in Woody Allens neuem Film die traurigen Helden einer tragischen Geschichte sind, anders gekommen?

Aber so laufen die Fäden, an denen sie wie Marionetten hängen, zusammen und verwirren sich und bilden ein unentrinnbares Verhängnis. Denn Terry ist ein Spieler und Trinker und hat enorme Schulden. Und Ian hat sich in eine hübsche Schauspielerin verliebt und hat vor, mit ihr ein Leben zu führen, das seine Verhältnisse weit übersteigt. Und so bleibt am Ende nur der reiche Onkel Howard, der zufällig zu Besuch und auch bereit ist, den Brüdern finanziell unter die Arme zu greifen. Allerdings bittet auch er sie um einen Gefallen, der so bizarr und grauenhaft ist, dass Terry und Ian anfänglich an nichts anderes als einen Scherz glauben wollen. Doch bald wird ihnen klar, dass der reiche, spendable Onkel wirklich einen Mord von ihnen verlangt. Und sie begehen den Mord, der ihr Leben so grundlegend verändert, dass am Ende nichts mehr ist, wie es war; der sie in einen Abgrund von Verderben und Verhängnis stürzt, auf dessen Grund sie schließlich beide ihr Leben lassen.

Schon lange gibt es bei Woody Allen nichts mehr zu lachen. Und auch hier hat er uns mit sorgfältiger Figurenzeichnung, beziehungsreichen und symbolträchtigen Bildern (untermalt von Philipp Glass’ gekonnt akzentuierender Musik) einen tragischen, hoch spannenden Thriller, ein Psychodrama von beachtlicher Tiefenschärfe vorgesetzt, in dem er vielen Vorbildern von Ingmar Bergmann bis René Clément (der seinen Mr. Ripley auch auf dem Schiff des Verhängnisses hinausfahren ließ ins Verderben) Tribut zollt.

Obwohl einen Teil der Jury die Dramaturgie nicht völlig überzeugte (die lange, ruhige, nur in Andeutungen auf das sich anbahnende Verhängnis hinweisende Introduktion erschien einigen Mitgliedern als zu langatmig), war für den größeren Teil der Jury dies doch ein spannender, gut gespielter und vor allem überaus intelligent konstruierter Film, der irgendwo zwischen „Film noir“ und griechischer Tragödie seine ganz eigene, elegant perfide Handschrift gefunden hat.