Burn Out Love

Filmplakat: Burn Out Love

Kurzbeschreibung

Ein junger Künstler versucht das skandalumwitterte Theaterstück Reigen zu verfilmen. Das Projekt gerät zum Selbstexperiment. Die Chancen und Freiheiten in Liebe und Kunst geraten zum Fluch – alles scheint möglich und nichts von Dauer.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Ein junger Regisseur möchte Arthur Schnitzlers skandalumwittertes Bühnenstück „Der Reigen“ inszenieren und versucht, ein Gremium von der Relevanz des Stücks in der heutigen Zeit zu überzeugen. Auf die direkte Frage, was er unter Liebe versteht, weiß er keine Antwort. Das Projekt ist für ihn längst zum Selbstexperiment geworden. In Gesprächen mit einem Freund sowie Begegnungen mit seiner Freundin und verschiedenen Frauentypen erörtert und erkundet er die Chancen und Möglichkeiten der Liebe in einer Zeit, in der nichts von Dauer scheint.

Schnitzlers skandalumwobenes und lange Zeit verbotenes Stück hat über die Jahre immer wieder Filmemacher inspiriert. Joachim Glaser, Absolvent der HfBK Hamburg, konzentriert sich in seinem Abschlussfilm auf einen zeitgenössischen jungen Künstler, der die Möglichkeiten von Liebe und Kunst für seine Generation eruieren will. Dafür hat er einige außergewöhnliche Settings gewählt, die in denen sich tragikomische Szenen entfalten: Den Saal in der Kunstakademie, in dem der Zuspruch des Lehrkörpers sichtbar schwindet, bis nur noch die Putzfrau übrig bleibt, die Toilette im Club, in der im Rücken eines unbeteiligten Typen ein buntes Wechselspiel stattfindet, die Wohnung des Protagonisten, in der im Monitor eine Collage von Kunstbeiträgen und gesellschaftlichen Reflexionen läuft (u.a. von Dietrich Kuhlbrodt, der als TV-Experte über die heutigen „Möglichkeitswelten“ referiert). Hier, wie auch bei der Abschiedszene am Flughafen oder am Elbstrand, zeigt sich ein gutes Raumgefühl, das von der Kamera ebenso gekonnt eingefangen wird. Auch der Einsatz der Musik ist sehr betont und stimmig.
Die Jury bescheinigt diesem „Reigen“ einen hohen Mut zu einem außergewöhnlichen Experiment. Dazu eine sehr gute Kamera, eine logische Dramaturgie und Szenen von großer visueller Kraft sowie Alice Dwyers darstellerische Glanzleistung unter sicherer Führung, was die Jury letztlich mit dem Prädikat „wertvoll“ honoriert.