Boys don't cry

Kinostart: 03.02.00
1999
Filmplakat: Boys don't cry

Kurzbeschreibung

Eine junge Frau kleidet und benimmt sich wie ein Mann und
versucht, in einem kleinen Kaff ein neues Leben zu beginnen.
Eine Liebesbeziehung führt zur Entdeckung ihres Geheimnisses,
löst Feindschaften und sinnlose Gewalt aus.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:Peirce Kimberly
Darsteller:Hilary Swank; Chloe Sevigny; Peter Sarsgaard
Weblinks:filmsortiment.de; t-cry-_-Cine-Project.html;
Länge:115 Minuten
Kinostart:03.02.2000
Verleih:Fox
Produktion: Fox Searchlight Pictures, Fox Searchlight Pictures;
FSK:16

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Das Spielfilmdebüt der Amerikanerin Kimberly Peirce erzählt von
einem jungen Mädchen, das sich als Mann fühlt und verzweifelt
nach der eigenen Identität sucht. Sie empfindet sich als
männliches Wesen, dessen Seele aus Versehen in einen weiblichen
Körper geraten ist. Dieses Schicksal wird vor dem Hintergrund von
sozialem Elend am Rande einer Stadt irgendwo in den
amerikanischen Südstaaten erzählt. Die Menschen hier sind durch
ihr Leben in Armut und Aussichtslosigkeit geprägt. Ihnen mangelt
es an Toleranz und an Bildung. Das führt dazu, daß jeder
Außenseiter in dieser "Gesellschaft von Außenseitern" geächtet
wird.

Von Anfang an weiß man, daß die Geschichte von Teena alias
Brandon ein schreckliches Ende nehmen wird. Der ganze Film ist
auf dieses Ende angelegt. Dennoch verfolgt man mit großer
Spannung dieses Schicksal. Das liegt vor allem an den
hervorragenden Darstellern, allen voran Hilary Swank in der Rolle
von Brandon. Sie zeigt überzeugend, wie aus einem strahlenden
jungen Menschen ein verzweifelter, hoffnungsloser Mensch wird,
dessen Träume systematisch von der Umwelt vernichtet werden.
Auch alle anderen Figuren sind hervorragend besetzt, darunter die
Mutter von Brandons großer Liebe Lana und die beiden jungen
Männer, die am Ende Brandon töten.

Das Beeindruckende an diesem Film ist neben den Darstellern vor
allem auch, daß hier an keiner Stelle das Schicksal des Jungen
"im Mädchenkörper" spektakulär oder gar voyeuristisch gezeigt
wird. Besonders die Liebesszenen zwischen zwei Frauen sind
dezent, behutsam und poetisch gefilmt.
Mit zu dem positiven Gesamteindruck tragen auch die fast
dokumentarisch wirkende Kameraarbeit, die Montage und die
Lichtgebung bei: Dem künstlichen Neonlicht der von sozialer Armut
geprägten Welt wird in den romantischen Momenten der Mond
entgegengesetzt, der als einziger natürliches Licht in einer
kalten Kunstwelt spendet. Diese atmosphärische Dichte wird auch
durch die Musik noch verstärkt.