Bin ich schön?

Kinostart: 17.09.98
1998
Filmplakat: Bin ich schön?

Kurzbeschreibung

Episodenhafte Beschreibung des Anfangs, des Endes bzw. des Zwischendurchs von Partnerbeziehungen.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Komödie
Regie:Doris Dörrie
Darsteller:Marie Zielcke; Carla Weindler; Julian Messner
Drehbuch:Doris Dörrie; Rolf Basedow
Kamera:Theo Bierkens
Schnitt:Inez Regnier
Musik:Niki Reiser
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:116 Minuten
Kinostart:17.09.1998
Verleih:Constantin Film Verleih GmbH
Produktion: Constantin Film Produktion GmbH, Constantin Film Produktion; Fanes Film;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Die Mehrheit des Bewertungsausschusses war sich einig: Filme wie
dieser sind in unserer Kinolandschaft eine Seltenheit. Seine
Episoden, mehr oder weniger zwingend miteinander verknüpft,
verdichten sich zunehmend zu einem berührenden Film über die
Endlichkeit und Unendlichkeit des Seins, über Liebe, Hochzeit,
Tod, gelebte und ungelebte Trauer, über Sehnsüchte, Schwächen und
Gelüste, eben die Auf und Abs eines Lebens. Das eigentliche
Bindeglied dieser Episoden ist die - bei aller Trauer, allem
Schmerz und Frust - so diesseitige, menschliche Autorenhaltung,
selbst noch zu den vermeintlich schäbigsten Figuren.
Dieser genaue, unbestechliche Blick ist es u.a., der den zunächst
oft komisch-skurrilen, belanglos erscheinenden Alltagsgeschichten
ihre eigentliche, existenzielle Dimension gibt.

Diese Kraft und Größe wird leider nicht im ersten Drittel des
Films erreicht, das beim Zuschauer einen eher zwiespältigen und
abwertenden Eindruck hervorruft. Dann jedoch entwickeln sich
wunderbare, sehr menschliche, ja intime Geschichten in
unterschiedlichen Generationen mit frappierenden Wendungen. Die
einzelnen, angedeuteten Biografien werden erzählt, miteinander
lose verbunden, verwirbelt, aber sie verfilzen sich nie.
Nicht jede Episode wird gleich behutsam und wirklich zu Ende
erzählt. Kostbar sind vor allem die wirklich exzellenten Szenen
des Films: Konsequent und klug gebaut gelingt ihnen die richtige
Balance zwischen Figuren und Grundsituationen.
Das eine oder andere Detail ist mehr gesetzt bzw. konstruiert,
als daß man es glauben kann. Auch das große, spanische,
reinigende Finaleritual fand nicht die ungeteilte Zustimmung des
Gremiums.
Einige der Darsteller hat man selten so glaubwürdig, auch
sensibilisiert für "ihre" Szene erlebt. Daß viele, in Deutschland
bekannte Darsteller agieren, erlebt man im Film ein wenig wie ein
Abhaken und Wiedererkennungsspiel.

Der Ungeschminktheit dieses Films wäre der Blick und die
Entdeckung neuer Gesichter möglicherweise gut bekommen.
Das mindert wenig die Tatsache, daß ein wichtiger und schöner
Film entstanden ist.