Back to Gaya

Filmplakat: Back to Gaya

FBW-Pressetext

Der erste nur digital erzeugte Animationsfilm, der in Deutschland entstand, erweist sich als spannendes Fantasy-Abenteuer und als Reise in Welten, wo fast alles möglich ist, vor allem natürlich Action. Altersempfehlung: ab 8 Jahren.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Fantasy; Kinderfilm; Abenteuerfilm
Regie:Holger Tappe; Lenard F. Krawinkel
Drehbuch:Jan Berger; Bob Shaw; Don McEnery
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:97 Minuten
Kinostart:18.03.2004
Verleih:Warner
Produktion: Ambient Entertainment GmbH & Co. KG, RPC Gaya; Agir-Filmproduktion; Morena Films
FSK:6
Förderer:Nordmedia

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Gaya, ein fantastisches Reich und den Menschen eigentlich nur aus einer Fernsehserie bekannt, ist offensichtlich in Gefahr geraten. Buu und Zino, ihre Gegenspieler und die Tochter des Bürgermeisters machen sich auf die abenteuerliche Suche nach dem lebenswichtigen magischen Stein, der aus Gaya gestohlen wurde und sich nun in der Welt der Menschen befindet.
Das Fantasyabenteuer „Back to Gaya“, erste in Deutschland komplett computergenerierte 3D-Animationsproduktion mit Spielfilmlänge, überzeugt durch seine fast durchgängig originelle Figurenzeichnung und den Reichtum an Details. Drehbuch und Dramaturgie verhelfen dem Werk zu einem durchaus gelungenem, in seinem Umfeld mehr als soliden Animationsfilm. Das im Vergleich zu amerikanischen Produktionen ähnlicher Art recht geringe Gesamtbudget wurde gut ausgeschöpft. Der Entwurf und die Umsetzung fast aller Figuren, die Schaffung ganz eigener Welten für die einzelnen Handlungsebenen überzeugen.
Die Macher haben im Gegensatz zu anderen Beispielen ganz offensichtlich bewußt darauf verzichtet, die Realität nachzuahmen. Diese Entscheidung ist durchaus legitim und tut der Wirkung des Animationsfilms keinen Abbruch. Die sichtbar unterschiedlichen Stile und Perfektionsgrade wurden, wie in teuren Produktionen oft auch, ihrer zentralen Funktion oder Hintergrundwirkung entsprechend ausgeführt und geschickt den einzelnen Handlungsebenen oder der Figurencharakterisierung zugeordnet. Die zahlreichen Zitate aus und Parallelen zu anderen bekannten Animationsfilmen erscheinen nicht aufgesetzt, sondern zeugen vom spielerischen Umgang mit dem Medium. So ist weder die Bürgermeistertochter eine Kopie von Lara Croft noch werden die Versatzstücke aus „Krieg der Sterne“ während des Kampfes im Labor tatsächlich wie im Original verwendet.
Diskurse über die Bedeutung des Seins und die Folgen einer freien Willensentscheidung oder die Selbstreflektion über Medienwirkung anhand der Diskrepanz zwischen Medienangeboten und ihrer Akzeptanz beim Zuschauer runden den Film ab und sind offenbar für die älteren Zuschauer gedacht.
Der Anfang des Filmes mit seiner weniger überzeugenden Rahmenhandlung, ebenfalls einer Anspielung, erschwert jedoch den Einstieg in die weitere Handlung. Auch hält die Dramaturgie nicht immer den Spannungsbogen aufrecht, was besonders in der Bar-Episode auffällt. Beide, Rahmenhandlung und Barszenen, wirken auch in der Figurengestaltung und der Animation wenig überzeugend.