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Abseits für Gilles

Prädikat besonders wertvoll | 
2005
Filmplakat: Abseits für Gilles

FBW-Pressetext

Als sein Vater an einem Herzinfarkt stirbt, beschließt Gilles, nie mehr Fußball zu spielen. Denn vor allem die Liebe zu diesem Sport hat Vater und Sohn immer verbunden. Doch dank seiner Mutter, seiner Freunde und vor allem der Erinnerung an seinen Vater schafft Gilles den Weg zurück zum Fußball. Die Kraft der Fantasie und wie sie dabei helfen kann, Trauer zu verarbeiten – dies ist das Thema dieses berührenden Kinder- und Jugendfilms aus Belgien. Der dominante Vater ist ambivalent gezeichnet. Einerseits die idealisierte Heldenfigur, andererseits der ewig große Schatten, aus dem sich Gilles zu befreien lernt. Die Probleme von Gilles sind für Zuschauer im Schulalter nachvollziehbar und gut dargestellt. Schön gespielt, mit hoffnungsvoller und positiver Botschaft ist dieser Fußballfilm eine runde Sache. Nicht nur für Fußballfans, sondern für die ganze Familie.

Filminfos

Gattung:Drama; Kinder-/Jugendfilm
Regie:Jan Verheyen; Pieter Van Hees
Darsteller:Ilya Van Malderghem; Joke Devynck; Filip Peeters; Willy Kabera Manzi
Drehbuch:Frank Ketelaar; Ed Vanderweyden
Kamera:Danny Elsen
Schnitt:Philippe Ravoet
Musik:Jan Leyers
Weblinks:zelluloid.de;
Länge:85 Minuten
Verleih:Alpha Medienkontor
Produktion: Menuet Producties, SCOPE Invest;
FSK:6
Bildungseinsatz:matthias-film.de;

Jurybegründung

Prädikat besonders wertvoll
Es ist immer einfach, von Gewinnern zu erzählen. Doch erst beim Scheitern zeigt sich, wie stark ein Charakter wirklich ist. Diese Erkenntnis dürfte die Macher des Kinderfilms ABSEITS FÜR GILLES dazu bewogen haben, nicht mit einem Triumph des Protagonisten beim alles entscheidenden Fußballspiel zu enden. Dabei hätte der 12jährige Gilles es wirklich verdient, einmal einer der „Roten Teufel“ der belgischen U 15-Nationalmannschaft zu werden. Der Film erzählt einfühlsam und erstaunlich komplex davon, wie sehr der Titelheld sich um die Erfüllung dieses Traums bemüht, und welche Hindernisse er auf diesem Weg bewältigen muss. Die Liebe zum Fußball und den Ehrgeiz hat er von seinem Vater geerbt, und eines seiner Probleme besteht darin, dass sein Vater seine (bei der eigenen gescheiterten Karriere als Fußballspieler enttäuschten) Hoffnungen nun auf seinen Sohn setzt und diesen zu Höchstleistungen antreibt. So wird Gilles zum einen zwar optimal gefördert, zum anderen muss er aber auch immer die Idealvorstellungen seines Vaters erfüllen, und wie dessen Idol, der Brasilianer Garrincha spielen. Da dieser mit beiden Füssen gleich gut spielen konnte, wird Gilles von seinem Vater dazu angetrieben, auch mit links zu spielen, obwohl ihm dies offensichtlich nicht liegt. Der Sohn muss lernen, sich gegen seinen übermächtigen Vater zu behaupten, sogar noch über dessen Tod hinaus. Denn nachdem sein Vater während eines Spiels seines Sohnes einem Herzinfarkt erlag, erlebt Gilles durch diesen Verlust seine ersten Krise, der noch weitere (wie eine Fußverletzung und der verhasste neue Freund der Mutter) folgen werden. Durch teils fantastische (der Vater trainiert seinen Sohn als Geist weiter), teils eher prosaische Lösungen (die durch Küsse erkaufte Cortison-Salbe von der Apothekerstochter) gelingt es Gilles, seinem ersehnten Ziel immer näher zu kommen. Doch er wird durch seinen Ehrgeiz nicht egoistisch, wie seine Solidarität mit dem geistig behinderten Mark und seine Freundschaft mit dem farbigen Désiré zeigt. Dies machen die Filmemacher geschickt dadurch deutlich, dass Gilles bei den gezeigten Fußballspielen (die überzeugend und mitreißend inszeniert sind) meist erst durch eine Vorlage zu Désiré ein Tor von diesem vorbereitet, bevor er dann selber mit einem Torschuss glänzt. Differenziert wird auch das Verhältnis von Gilles zu seiner Mutter, deren neuem Freund und zu seiner Freundin (die sich schon als Spielerfrau sieht) in Szene gesetzt. Dabei gelingt es dem Regisseur Jan Verheyen, so geschickt und kindgerecht zu erzählen, dass der Film für das junge Zielpublikum zugleich spannend und berührend wirkt, wie auch die verschiedenen, durch Kinderjurys vergebenen Preise belegen.
Prädikat
besonders wertvoll
Filmempfehlung

Die Filmempfehlung zu diesem Film gibt es als fertig gestaltetes PDF zum Download