Voll Frontal

Kinostart: 29.05.03
2002
Filmplakat: Voll Frontal

FBW-Pressetext

In seinem intellektuellen Spiel mit filmischen Ausdrucksformen und Realitäten entwirft Soderbergh ein radikal subjektives und prätentiöses Bild vom Leben und Filmen in Hollywood.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Komödie; Romanze
Regie:Steven Soderbergh
Drehbuch:Coleman Hough
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:101 Minuten
Kinostart:29.05.2003
Verleih:Buena Vista Filmverleih
Produktion: Miramax International
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Um Film und die Menschen, die mit und für den Film leben, geht es vor allem in Steven Soderberghs vielschichtig und komplex aufgebauter Geschichte. Der Anfang führt den Zuschauer bewußt in die Irre - man glaubt, hier werde ein Film namens „Rendezvous“ gezeigt. In Wahrheit aber geht es dabei um den Film im Film. Die Darsteller des imaginären Films tauchen in der dokumentarisch inszenierten Rahmenhandlung wieder auf, in deren Mittelpunkt das Schicksal einiger Personen vor einem Wendepunkt in ihrem Leben steht. Da ist der Drehbuchautor, der aus der Redaktion seiner Zeitschrift gefeuert wird, da ist seine im Beruf erfolgreiche, aber privat vereinsamte Frau, die sich entschlossen hatte, ihn zu verlassen, da ist ihre Schwester auf der Suche nach einer dauerhaften Beziehung, da ist der schwarze Schauspieler, der mit den Widrigkeiten von Rassenvorurteilen in Hollywood kämpft, und da ist der Produzent, der - von seinen sexuellen Bedürfnissen angewidert - an seinem 40. Geburtstag Selbstmord begeht. Und dieser Geburtstag ist es, der all die unterschiedlichen Personen in Los Angeles zusammengeführt hat.

Mit oft fragmentarischen, sprunghaften, aber dennoch psychologisch genau ausgewogenen Szenen werden die einzelnen Protagonisten in die Handlung eingeführt, und irgendwann ergibt dieses Puzzle aus Beziehungen und Bedürfnissen ein Gesamtbild einer Gesellschaft, die mit Träumen Geschäfte macht und deren eigenen Träume oft auf der Strecke bleiben. Die zwei Ebenen der Handlung werden vor allem in der unterschiedlichen Inszenierung deutlich: Realfilm dokumentiert den Film im Film, die digitale Kamera und Videobilder die andere sozusagen dokumentarische Ebene. Das ist zwar für das Auge gelegentlich recht anstrengend, da die Digitalaufnahmen oft sehr verschwommen und grobkörnig wirken. Dadurch aber wird das Anliegen dieses ambitionierten und anspruchsvollen Films verdeutlicht, der verschiedene „Realitäten“ gegenüberstellt und dies bis zum Ende konsequent durchhält.