Thor - Ein hammermäßiges Abenteuer

Kinostart: 11.04.13
VÖ-Datum: 25.10.13
2012
Filmplakat: Thor - Ein hammermäßiges Abenteuer

FBW-Pressetext

In einem kleinen Dorf lebt der junge Thor als Schmied, zusammen mit seiner Mutter. Seinen Vater Odin hat Thor nie kennengelernt, doch ist dieser ja schließlich auch ein Gott und hat in Walhalla genug zu tun. Und dabei würde Thor so gerne wie sein Vater kämpfen und nicht als Schmied seine Zeit verschwenden. Als eines Tages die Riesen das Dorf angreifen und ein sprechender Hammer in Thors Hände fällt, macht sich dieser, zusammen mit seiner besten Freundin Edda, auf, um in ein aufregendes Abenteuer zu starten. Das Thema von THOR ist, wie der Titel schon verrät, die nordische Sagenwelt, mit all ihren Göttern, Mythen und abenteuerlichen Geschichten. Dass hier keine amerikanische Produktionsfirma beteiligt ist, sondern der Zuschauer eine isländisch-irisch-deutsche Koproduktion vor sich sieht, passt zur angemessenen Umsetzung des Themas. Gerade jüngere Zuschauer bekommen kindgerecht aufbereitetes Wissen vermittelt, mit einiger rasanter Action, ohne Langeweile und erhobenen Zeigefinger. Keine Figur ist anderen überlegen und gerade Thor ist ein sympathischer Antiheld, der erst noch lernen muss, in seine Rolle als Halbgott hineinzuwachsen. Die nordische Sagenwelt als unterhaltsame und lehrreiche Animation. Gerade für jüngere Zuschauer ein wirklich hammermäßiger Spaß.

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Kinder-/Jugendfilm
Regie:Óskar Jónasson; Gunnar Karlsson; Toby Genkel
Drehbuch:Friorik Erlingsson
Schnitt:Elisabet Ronaldsdóttir
Musik:Stephen McKeon
Weblinks:kinderfilmwelt.de; zelluloid.de; moviejones.de;
Länge:83 Minuten
Kinostart:11.04.2013
VÖ-Datum:25.10.2013
Verleih:Koch Media
Produktion: Ulysses Filmproduktion GmbH, Caoz Studio Ltd. (IS); Magma Productions (IE);
FSK:6
Förderer:Nordmedia; DFFF; Eurimages; FFHSH
BD EAN-Nummer:4020628908430
DVD EAN-Nummer:4020628921507
Anbieter-Link:kochmedia-film.de
DVD Extras:Trailer

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

In dieser Adaption einer aus den nordischen Mythen entstammenden Geschichte aus dem 13. Jahrhundert ist das Personal radikal modernisiert worden. Der Held Thor ist ein ungestümer Teenager, der statt als Schmied zu arbeiten, lieber ein kämpferischer Held sein will. Er hat eine tapfere alleinerziehende Mutter, da er vom Gott Odin gezeugt wurde und dieser sich auf Valhalla nicht weiter um seinen irdischen Sohn kümmert. Odins Gefährtin Freya entspricht dem heutigen Typ einer attraktiven Powerfrau (also keine Walküre sondern eher einer von Charlies Engeln). Der magische Hammer ist ein sprechender komischer Kumpel und das Gespenst des Alterns humpelt gestützt auf ein Krückgestell aus unseren Tagen umher. Diese Rundumerneuerung gefällt nicht jedem, und in der Jury gab es eine Minderheit, die dem Film jeden positive Bewertung absprach, doch wenn man sich auf diese genau auf das junge Zielpublikum zugeschnittene Animation einlassen kann, überzeugt sie durch eine flotte, bunte und zu Teil sehr komische Animation und durch eine Reihe von amüsanten Drehbuchideen. So etwa jene, dass die Nahrungsmittel, die die Menschen Odin und den anderen Göttern opfern, direkt in den Öfen von dessen Küche landen, und dass die Götter hungern müssen, wenn die Menschen nichts mehr opfern können, weil sie von den Riesen der Königin Hel in die Unterwelt verschleppt wurden. Deren Höllenhund knurrt zwar Thor bedrohlich an, holt dann aber brav das von ihm geworfene Stöckchen. Auch hierbei wird geschickt mit der Fallhöhe zwischen den mythischen Figuren und ihrem allzu menschlichen (oder in diesem Fall tierischen) Verhalten gespielt. Die Geschichte von Thor, der mit Hilfe des magischen Hammers die zu Eisblöcken erstarrten Menschen wieder auftaut und schließlich seinen Vater und ganz Valhalla vor dem Angriff der eisigen Gegner rettet, ist im Stil einer Coming of Age Geschichte erzählt, und da darf natürlich auch eine erste Freundin für ihn namens Edda nicht fehlen. Diese ist übrigens, wie alle anderen weiblichen Figuren mit Ausnahme der geifernden Hexe, durchweg positiv gezeichnet, während die männlichen Figuren durchweg eher liebenswert trottelig wirken. Der Film ist auch für ein jüngeres Publikum geeignet, weil er nie zu aufregend wird und für ein Heldenepos erstaunlich gewaltfrei ist. Da verliert zwar mal ein Krieger seinen Kopf, aber der plappert lustig weiter, während er auf der Himmelsbrücke ins Valhalla wandert.