This is Love

Kinostart: 19.11.09
2009
Filmplakat: This is Love

FBW-Pressetext

In seinem neuen Film erzählt Regisseur Matthias Glasner, DER FREIE WILLE, in vielschichtigen Beziehungsgeflechten von der ausweglosen Liebe, die sich über alle (moralischen) Grenzen hinweg setzt und dabei doch an der Realität zerbrechen muss. Nach dem Verschwinden ihres Mannes flüchtet sich Kommissarin Maggie in den Alkohol, bis sie in einem Verhör ihren ganz eigenen Zugang zu einem Mann findet, der sich in ein Waisenmädchen aus Saigon verliebte, das er nun vor der Mafia versteckt hält. Das glänzende Schauspielerensemble um Corinna Harfouch und den Dänen Jens Albinus verleiht den Figuren ihre emotionale Tiefe und Wirkungskraft. Die erzählerischen Zeitsprünge sowie die intensive Farbgebung und eine herausragende Kameraarbeit geben dem Drama seine atmosphärische Spannung, die bis zum Schluss eng an die beiden selbstzerstörerischen Grenzgänger bindet. Intensives Ausnahme-Kino!
Prädikat besonders wertvoll

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Filminfos

Kategorie:Arthouse
Gattung:Drama; Spielfilm
Regie:Matthias Glasner
Darsteller:Jürgen Vogel; Corinna Harfouch; Jens Albinus
Drehbuch:Mathias Glasner
Kamera:Sonja Rom
Schnitt:Mona Bräuer
Musik:Christioph M. Kaiser; Julian Maas
Weblinks:kinowelt.de;
Länge:111 Minuten
Kinostart:19.11.2009
Verleih:Kinowelt
Produktion: Badlands Film GmbH & Co. KG
FSK:16
Förderer:FFA; BKM; MBB; Filmstiftung NRW; DFFF

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Ein drastischer Liebesfilm. Das Geflecht aus Zeitebenen, Handlungssträngen, Wahrheit, Verdacht, Wahnsinn und Einsamkeit trifft Protagonisten wie Zuschauer mitten ins Herz und wirkt lange nach.

Ein mutiger, düsterer Stoff, der sich die Frage nach der Liebe ernsthaft stellt. Was sie bewahrt und was sie zerstört. Ein erwachsener Stoff über erwachsene Menschen, deren Lebenserfahrungen etwas Unentrinnbares in sie eingeritzt haben. Die Dramaturgie des Stoffes ist bestechend, sie ist soghaft, unsortiert, ruppig und in dieser Bewegung dem Lebensgefühl der Figuren sehr nah. Der Autor bezieht Stellung zu einem unfassbaren Phänomen wie der Liebe, und ihm gelingt ein verdichteter Blick auf die Abgründe der Selbst-Aufgabe und ihre zerstörerische Wucht. Die kriminelle Auflösung kommt ohne Erlösung aus.

Auch wenn Glasner jedem Charakter ein „Restgeheimnis“ lässt und nicht alles auserzählt, so ist die offene Situation, in der er die Zukunft des Thaimädchens Jenjira belässt, besonders irritierend und schwer zu ertragen.

Das herausragende Ensemble scheint einem Theaterstück von Ibsen oder Schnitzler entstiegen. Die komplett durchkonstruierte Geschichte, ihre manierierte Strenge, ihre Brüche und Ungereimtheiten bauen große Bühnenräume und Projektionsflächen für schauspielerische Qualitäten und Tiefen, wie sie lange nicht in einem deutschen Drama zu sehen waren. Die Kamera findet dazu starke Kinobilder, die sich einbrennen.
Diese künstlerische Gesamtleistung verdient das Prädikat „besonders wertvoll“.