The Beauty

Filmplakat: The Beauty

FBW-Pressetext

Die Fische treiben elegant im Wasser, die Moräne rekelt sich majestätisch durch die zerklüfteten Unterwasserfelsen, die Anemomen werden von der Strömung hin- und hergetrieben. Der Betrachter in THE BEAUTY wird von einem faszinierenden Unterwasser-Bilderkosmos, der von Pascal Schelbli in bestechend realistisch anmutender Animationstechnik entworfen wurde, regelrecht „eingelullt“, unterstützt von einem Voice-Over-Kommentar, der den typischen Naturdokumentationen nicht unähnlich ist. Doch ein genauer Blick auf die zu bewahrende „Schönheit“ zeigt, dass ein Fischschwarm nicht zwangsläufig aus Fischen bestehen muss. Und dass eine Moräne sich zwar noch bewegt wie eine, doch längst schon aus anderen Bestandteilen besteht. Mit THE BEAUTY gelingt Schelbli ein treffsicherer, gekonnt zynischer und hervorragend vermittelter Kommentar auf das, was wir Menschen so gerne tun: Das zerstören, was wir in seiner einzigartigen Schönheit nicht nur bewundern. Sondern auch zum Überleben brauchen. Eindrucksvolles Kurzfilmkino, das im besten Sinne manipuliert und die Augen öffnet.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Kurzfilm
Regie:Pascal Schelbli
Drehbuch:Pascal Schelbli
Kamera:David Iskender Dincer,
Schnitt:Pascal Schelbli
Musik:Petteri Saino; Alexander Wolf David
Webseite:;
Länge:4 Minuten
Verleih:Filmakademie Baden-Württemberg
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg GmbH
Förderer:Filmakademie Baden-Württemberg

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Die FBW-Jury hat dem Film das Prädikat besonders wertvoll verliehen.
In dem lebensecht animierten Kurzfilm THE BEAUTY scheinen Fischschwärme an uns vorbei zu ziehen, Seeanemonen in der Strömung zu wogen und eine Muräne ihre Bahnen zu ziehen. Erst auf den zweiten Blick wird deutlich: Diese Meeresfauna ist komplett aus Plastikmüll gebildet. Der poetische Off-Kommentar vereindeutigt den Film zur Mahnung und erinnert so umso mehr an Naturfilmstereotypen: Bilder, Musik und Kommentar betonen eher den Pathos der Aufnahmen, als ihn zu vermeiden.
Die Wahrnehmung verändert sich: von der Idylle, über Irritation hin zur Verstörung, woraus die Moral des Film erwächst. Hierin liegt sein didaktischer Impetus, der sich als Werbefilm tarnt. Auf diese Weise wird der Film für viele Zuschauer zugänglich, erhält eine universale Einsetzbarkeit und Verständlichkeit. Er pointiert eine ebenso wichtige wie nachvollziehbare Botschaft mit einer zynischen Grundidee: Der Müll hier ist die eigentliche Schönheit, ersetzt die Natur. Dabei setzt der Film seine formalen Mittel so gut wie möglich ein. Auch wenn das nicht sehr subtil erscheint, wird der Film von der Jury gewürdigt für seine zwingende Ästhetik, sein klares Konzept und seine relevante Aussage. Und so vergibt sie dem Film das Prädikat „besonders wertvoll“.