Taking Lives - Für dein Leben würde er töten

Kinostart: 08.04.04
2004
Filmplakat: Taking Lives - Für dein Leben würde er töten

FBW-Pressetext

Die Überführung eines raffiniert vorgehenden, psychopathischen Serienkillers wird in diesem spannenden Krimi delikat und in allen Details überzeugend vorgeführt. Ein nahezu perfekter Thriller.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Thriller
Regie:D.J. Caruso
Darsteller:Angelina Jolie; Ethan Hawke; Kiefer Sutherland
Drehbuch:Jon Bokenkamp
Buchvorlage:Michael Pye
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:103 Minuten
Kinostart:08.04.2004
Verleih:Warner
Produktion: Warner Bros. Pictures Inc., Village Roadshow Pictures;
FSK:16

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Eine Stunde lang verspricht "Taking Lives", ein raffiniert konstruierter Thriller mit einer unheilvollen, beängstigend intensiven Grundstimmung zu werden. Der Film über die Jagd nach einem Serienmörder, der jeweils die Identität der von ihm Getöteten annimmt, wirkt lange wie aus einem Guß: die Leistungen der Darsteller, die Kameraarbeit, die Drehorte, der Schnitt, das Licht, die längst nicht mehr minimalistische Musik von Philip Glass - alles fügt sich nahezu perfekt zusammen. Man verzeiht da auch gerne, daß schon in der Titelsequenz die Anleihen bei David Finchers "Seven" überdeutlich sind. Aber dann kommt es zu einem merkwürdigen Bruch: mit der Autoverfolgungsjagd scheint der ganze Film plötzlich das Genre zu wechseln, die Effekte werden brachialer, die subtilen Feinheiten verschwinden und "Taking Lives" verwandelt sich zunehmend in ein Starvehikel für Angelica Jolie in der Rolle der Superpolizistin. Es gibt zwar auch im letzten Drittel noch sehr wirkungsvoll inszenierte Schockeffekte, wie etwa der Kameraschwenk auf den Babybauch von Frau Jolie, und der Film bleibt bis zum Schluß spannend. Er enttäuscht letztlich aber doch, eben weil er so grandios angefangen hat.

Einige Ausschußmitglieder störten auch die vielen falschen Fährten, denen man zwar beim Zusehen willig folgt, die dann aber doch etwas verärgern, weil sie zwar wirkungsvoll, aber recht plump sind. Auch das Finale schien bei Licht besehen zu konstruiert, aber genau darum tappt in "Taking Lives" genreüblich jeder ständig im Dunkeln herum und leuchtet mit der Taschenlampe in düstere Ecken, wenn er auch genauso gut das Licht anschalten könnte.

Ein solider, gut gezimmerter Thriller also, eher einem gerade herrschenden Stil folgend als stilbildend - nicht mehr, aber auch nicht weniger.