Sommersonntag

Filmplakat: Sommersonntag

FBW-Pressetext

Sommersonntag beginnt eigentlich ganz alltäglich: Ein Brückenmeister bringt seinen taubstummen Sohn mit zur Arbeit, weil dieser von der Mutter nicht abgeholt wurde. Doch die raffinierte Erzählweise mit den ineinander verschachtelten Zeitebenen lässt den Zuschauer schon frühzeitig Schreckliches erahnen. Der Film eskaliert in einem grauenhaften Crescendo. Fred Breinersdorfers und Sigi Kammls gemeinsame Regiearbeit ist ein beeindruckend starker Auftakt: kaum auszuhalten und lange nachhallend.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Kurzfilm
Regie:Sigi Kamml; Fred Breinersdorfer
Darsteller:Axel Prahl; Janos Giuranna; Stephan A. Tölle
Drehbuch:Fred Breinersdorfer; Sigi Kamml
Webseite:sommersonntag.com;
Länge:10 Minuten
Verleih:interfilm Berlin Management GmbH
Produktion: Caros Film GbR Fred Breinersdorfer
FSK:12
Förderer:BKM; MBB

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

„Meine Frau hat den Jungen schon wieder nicht abgeholt.“ Eine alltägliche Banalität und ihre Folgen werden in diesem Kurzfilm vorbildlich inszeniert.

Dem Zuschauer ist schnell klar, es wird etwas Unvorhergesehenes, Schreckliches passieren, als ein Brückenmeister an diesem Sonntag seinen gehörlosen Sohn mit ins Schaltwerk an der Rethehubbrücke im Hamburger Hafen bringt. Aus der scheinbaren Idylle heraus entwickelt sich mit perfektem Timing eine persönliche Tragödie.

Die filmische Verdichtung dieser Katastrophe wird durch die perfekte Parallelmontage und das hervorragende Spiel von Axel Prahl derart intensiv, dass der Zuschauer es kaum erträgt. Unterbrochen wird die Geschichte durch Gegenschnitte auf Prahl in einem Park, die in einem Schlussmonolog, der all das zum Ausdruck bringt, was der Regisseur dem Zuschauer auf der bildlichen Ebene erspart hat.

Die perfekte Verfilmung einer Kurzgeschichte: erschütternd und berührend, ohne auf Sensationen oder Effekte setzen zu müssen.