Russland von oben

Kinostart: 27.02.20
2019
Filmplakat: Russland von oben

FBW-Pressetext

Der neue Natur- und Reisefilm von den Machern von DEUTSCHLAND VON OBEN zeigt die Faszination und Schönheit Russlands aus einer ganz neuen Perspektive.

Mit gewaltigen 17 Millionen Quadratkilometern Fläche reicht Russland von Europa nach Asien, von der Ostsee bis zum Pazifik. Die Filmemacher Petra Höfer und Freddie Röckenhaus zeigen mit RUSSLAND VON OBEN dieses faszinierende Land, in dem es alleine elf Zeitzonen gibt, auf eine ganz neue Weise: Von oben reist man über menschenleere Landschaften und Millionenmetropolen, sieht wilde Tiere, Wüsten, Wälder und Wasserfälle und begleitet die Transsibirische Eisenbahn von Sibirien bis nach Wladiwostok. Es sind beeindruckende Aufnahmen, die dem Team gelungen sind und die jeden Betrachter in ihren Bann ziehen werden. Mit einer großen Ruhe für den einzigartigen Moment eines jeden Bildes macht der Film die Faszination und die Vielfalt dieses schönen und so großen Landes deutlich. Zusätzliche Informationen zu Land und Leuten liefert der Text, den der bekannte Sprecher Benjamin Völz mit großer unprätentiöser Ruhe spricht. RUSSLAND VON OBEN stellt, wie schon die anderen Filme der Macher, die Schönheit und Erhabenheit unseres Planeten unter Beweis. Nicht als Dokumentar-, sondern vielmehr als Natur- und Reisefilm laden die fantastischen Bilder zum Schwelgen ein.

Filminfos

Gattung:Dokumentarfilm
Regie:Petra Höfer; Freddie Röckenhaus
Kamera:Peter Thompson; Andrew Efimov; Anton Elchaninov; Ivan Golubkov; Igor Volkov
Schnitt:Johannes Fritsche
Musik:Boris Salchow
Webseite:colourfield.de;
Länge:121 Minuten
Kinostart:27.02.2020
Verleih:Filmwelt Verleih
Produktion: colourFIELD TELL A VISION, ZDF; Arte;
FSK:0

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Die Naturdokumentation beginnt mit einem bekannten Russlandklischee: Churchills Ausspruch über Russland als "Rätsel innerhalb eines Geheimnisses, umgeben von einem Mysterium". Der Film versucht in gewisser Weise, dieses Rätsel Russland mit grandiosen, ambitionierten Aufnahmen von Land, Leuten und vor allem Tieren zu lösen. Wie es im Genre der Naturdokumentation durchaus üblich ist, trägt er andererseits zur erneuten Mystifikation durch seine faszinierenden, zum Staunen anregenden Aufnahmen bei.

Das Konzept des Films – entstanden aus einer mehrteiligen TV-Dokumentationsserie – scheint zunächst vor allem ein geographisches zu sein: Aus den großen Städten Petersburg und Moskau wenden sich die Drohnen- und Hubschrauberkameras immer wieder nach Osten, nördlich entlang der Barentssee, südlich bis in den Kaukasus und dazwischen mit der Transsibirischen Eisenbahn über den Baikalsee bis zum Nordpazifik und der Insel Kamtschatka. Aufnahmen aus dem All geben zwischendurch immer wieder Orientierung, wohin die Reise im riesigen Land geht – über diverse dramaturgische Sprünge hinweg.

Man sieht der Dokumentation die große Sorgfalt und die Liebe zum Detail, mit denen sie gemacht ist, durchaus an. Die Vielfalt der durch Aufnahmen und im Kommentar angerissenen Themen spiegelt die Vielfalt der russischen Föderation wider, sorgt aber nach Ansicht der Jury auch für eine gewisse Unübersichtlichkeit. Kurze historische Rückblicke, etwa auf das Erbe von Revolution und Stalinismus, werden ergänzt um Schlaglichter auf manche Umweltprobleme und Minderheiten-Traditionen, unterbrochen von Erläuterungen zu botanischen, biologischen oder geologischen Kuriositäten. Da fällt es, so die Jury, den Zuschauern mitunter schwer, den Überblick zu behalten.

An die Stelle eines roten Fadens rückt oft die Musik, die nach Meinung der Jury ein Stück zu gleichförmig auf Spannungssteigerung setzt und dazu recht dominant auf den jeweiligen Schnitt montiert ist. Obwohl etwa Probleme wie der Klimawandel angesprochen werden, vermittelt die Dokumentation zwischendurch den Eindruck eines Imagefilms. So großartig manche Szenen sind – wie etwa die seltene Aufnahme einer Orka-Attacke auf einen Grauwal gen Ende -, hätte dem Film eine stringentere Auswahl in manchem gut getan. Die Jury vermisste ein besser erkennbares Konzept und an manchen Stellen im Kommentar mehr Vertiefung und weniger nur beschreibende Äußerungen.