Filmplakat: Ruhm

FBW-Pressetext

Elektroingenieur Ebling kauft sich sein erstes Handy. Bald schon erhält er Anrufe, die gar nicht für ihn bestimmt sind. Denn seine Nummer gehört noch einer anderen Person. Aber wäre es nicht schön, in die Haut eines Berühmten zu schlüpfen? Filmstar Tanner wiederum ist schon berühmt, doch er wird mit einem Doppelgänger verwechselt. Und Rosalie fühlt sich in ihrer Haut seltsam fremdbestimmt. Denn es gibt da ja noch diesen Schriftsteller mit einer nicht versiegenden Kreativität. Bleibt die Frage: Sind Ebling, Tanner und Rosalie Wirklichkeit oder nur Produkt einer Fantasie? Aus der Feder von Daniel Kehlmann stammt das Buch, welches hier von Isabel Kleefeld als Episodenfilm mit großer Starbesetzung verfilmt wurde. Wie im Schicksalsreigen verweben die Figuren miteinander, mal sind die Geschichten skurril, mal hochdramatisch, mal zauberhaft verrätselt und berührend. Die Klammer der Story ist nichts weniger als die Suche nach dem Sinn im Leben und natürlich nach ewigem Ruhm. Intelligentes Schauspielerkino mit Anspruch und Charme.

Filminfos

Gattung:Drama; Episodenfilm; Spielfilm; Literaturverfilmung
Regie:Isabel Kleefeld
Darsteller:Gennadi Vengerov; Senta Berger; Heino Ferch; Julia Koschitz; Justus von Dohnanyi; Stefan Kurt; Katharina Palm; Axel Ranisch; Daniel Flieger; Urs Peter Halter; Maria Mittler; Peter Bamler
Drehbuch:Isabel Kleefeld
Buchvorlage:Daniel Kehlmann
Kamera:Rainer Klausmann
Schnitt:Andrea Mertens
Musik:Annette Focks
Webseite:ruhm-derfilm.de;
Weblinks:zelluloid.de;
Länge:103 Minuten
Kinostart:22.03.2012
Verleih:NFP
Produktion: Little Shark Entertainment GmbH, Terz Filmproduktion;
FSK:12
Förderer:FFA; BKM; Filmstiftung NRW; DFFF; Eurimages; Filmstiftung Zürich; ÖFI; Media

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Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Schon der Mut, sich an den Episodenroman von Daniel Kehlmann zu wagen, ist beachtenswert. Denn die literarische Vorlage, aufgeteilt in mehrer locker zusammengefügte Kapitel, deren Gesamtheit am Ende dann eine Art von Roman ergibt, bedeutet eine Herausforderung, der sich dieser Film stellt und über weite Teile meistert. Es fängt alles damit an, dass ein Mann sich ein Handy kauft und unter seiner Nummer immer wieder Anrufe erhält, die gar nicht ihm gelten. Der eigentliche Nummerinhaber aber bekommt keine Anrufe mehr, was für ihn als Schauspieler wenig vorteilhaft ist. Und so spinnt sich der Bogen weiter bis zu dem Urheber all dieser Konfusionen, in die noch andere Figuren, vor allem die todkranke Rosalie, verwickelt sind. Denn es gibt da nämlich einen Schriftsteller namens Leo Richter, der als Puppenmeister die Fäden der Handlung zieht. Welcher Charakter aber ist nun von ihm erfunden, welche Figur ist „echt“? Was ist Fiktion, was Wirklichkeit? Mit diesen Elementen spielt der Film, selbst ja eine Fiktion, auf immer wieder neue und überraschende Weise und lässt die Figuren, egal, ob sie nun der Fantasie des Autors entsprungen sind oder als selbstständige Figuren eine Rolle in der Geschichte ausüben, sehr überzeugend wirken, vor allem da ihnen Raum zur Entwicklung zugestanden wird. Filmische Bilder und literarische Vorlage ergänzen sich zu einem „Gesamtkunstwerk“, das sich sowohl von der einen wie von der anderen medialen Form das Beste holt.