Rocca verändert die Welt

Kinostart: 14.03.19
VÖ-Datum: 05.09.19
2019
Filmplakat: Rocca verändert die Welt

FBW-Pressetext

Das Langfilmdebüt von Katja Benrath erzählt seine Geschichte rund um ein quirliges und abenteuerlustiges 11-jähriges Mädchen als unterhaltsamen Kinder- und Familienfilm, der rundherum für gute Laune sorgt.

Ein Flugzeug landen, ein Eichhörnchen retten, Auto fahren. Für Rocca beginnt der Tag schon sehr abenteuerlich. Aber für die wuselige 11-Jährige kein Problem. Schließlich ist Rocca im Astronautenhafen Baikonur großgeworden und hat all die Trainings mitgemacht, die ihr Papa, der wirklich Astronaut ist, auch absolvieren musste. Jetzt aber ist Papa auf einer Mission unterwegs und Rocca soll bei ihrer Großmutter in Hamburg wohnen. Doch die will sich gar nicht um Rocca kümmern und stürzt außerdem am Tag nach Roccas Ankunft so schwer, dass sie ins Krankenhaus muss. Nun ist Rocca auf sich allein gestellt. Zum Glück nicht lange. Denn Rocca findet schnell Freunde. Ob der Obdachlose Casper, den sie sofort ins Herz schließt, oder die Nachbarskinder, die es total spannend finden, wie abenteuerlustig Rocca ist. Oder auch der Direktor der Schule, auf die Rocca gehen muss, obwohl man da, wie Rocca sagt, doch gar nicht das lernt, was wirklich wichtig ist. So wie nett zueinander sein. Oder dafür sorgen, dass es allen Menschen ein bisschen besser geht. Und wenn einem das keiner wirklich beibringt – dann muss man es halt selbst in die Hand nehmen, findet Rocca. Und so fängt sie an, die Welt um sie herum einmal kräftig durchzuschütteln. Unkonventionell, abenteuerlustig und immer fröhlich: das ist Rocca, die Heldin in Katja Benraths Langfilmdebüt ROCCA VERÄNDERT DIE WELT. Und so wie Rocca die Welt um sie herum erobert, so erobert sie auch die Herzen der Zuschauer. Luna Marie Maxeiner verkörpert Rocca als perfekte grundpositive Identifikationsfigur für die Zielgruppe: ein stets optimistisches Mädchen, das keine Scheu vor Menschen hat und sich von allem, was sie umgibt, inspirieren lässt. Sowohl die großartigen Kinderdarsteller als auch das Erwachsenensemble, angeführt von Fahri Yardim, Barbara Sukova, Mina Tander und Michael Maertens, werden von Benrath souverän geführt, der große Spielspaß ist spürbar, und jede Figur erhält ihre eigene Geschichte, die von Hilly Martineks Drehbuch ernstgenommen wird. Am Ende des Films, bei dem die sommerlich leuchtenden Bilder ebenso die gute Stimmung unterstreichen wie auch der gut zusammengestellte Soundtrack, strahlt man mit der Heldin um die Wette. Und bekommt Lust, auch ein bisschen die Welt zu verändern.

Filminfos

Gattung:Spielfilm; Kinderfilm; Familienfilm
Regie:Katja Benrath
Darsteller:Luna Marie Maxeiner; Barbara Sukowa; Fahri Yardim; Michael Maertens; Mina Tander, Cordula Stratmann; Volker Bruch; Leo Knizka; Caspar Fischer-Ortman; Luise Richter; Detlev Buck
Drehbuch:Hilly Martinek
Kamera:Torsten Breuer
Schnitt:Jan Ruschke
Musik:Annette Focks
Jugend Filmjury:Lesen Sie auch, was die Jugend Filmjury zu diesem Film sagt...
Länge:101 Minuten
Kinostart:14.03.2019
VÖ-Datum:05.09.2019
Verleih:Warner
Produktion: Relevant Film Produktionsgesellschaft mbH, Rocca UG;
FSK:0
Förderer:FFA; DFFF; FFHSH

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Mit einer interessanten Story, tollen Akteuren und einem wirklich gelungenen Sidekick überrascht ROCCA VERÄNDERT DIE WELT. Die Ähnlichkeiten zu Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ sind in Katja Benraths Spielfilm auf Anhieb zu erkennen. Ein Mädchen, das zusammen mit einem Eichhörnchen ein altes Haus bewohnt und ideenreich die Erwachsenenwelt hinterfragt. Allerdings bietet Rocca für das heutige Publikum ein wenig mehr Realitätsanbindung als ihre „Kollegin“ aus Schweden.

Dabei ist die 11-jährige Rocca weder auf Instagram noch YouTube zuhause. Das Mädchen hat bislang mit seinem Vater in Baikonur gelebt. Weil der aber gerade mit der ISS um die Erde schwebt, muss Rocca zurück nach Hamburg. Dort soll sie bei ihrer Oma wohnen und endlich auch in einer normalen Schule unterrichtet werden. Aber natürlich passiert dann noch eine Menge mehr.

ROCCA VERÄNDERT DIE WELT bietet Kindern eine ebenso lebenslustige wie intelligente und vor allem selbstbewusste Protagonistin. Ein Mädchen, das zeigt, dass sich viele Probleme lösen lassen, wenn sie nur zielstrebig genug angegangen werden. „Think outside the box“ fällt dann auch in der Filmdiskussion als ein mögliches Motto für den Film. Wie ein kleiner Wirbelwind fährt Rocca in tradierte Strukturen, hinterfragt, was sie entdeckt, und überzeugt letztlich auch die Erwachsenen von ihrem Treiben. Ohne jegliche Berührungsängste geht Rocca auf Menschen und Konflikte zu und löst Probleme mit unkonventionellen Mitteln. Da können sicherlich auch Eltern noch jede Menge dazulernen.

ROCCA VERÄNDERT DIE WELT ist ein handwerklich sehr gut gemachter Film, der mit einer gelungenen Dramaturgie, perfektem Timing und einem stimmigen Soundtrack mitreißt. Mit zur positiven Wertung hat auf jeden Fall auch das Casting beigetragen. Die 12jährige Luna Marie Maxeiner wird ihrer Rolle mehr als gerecht und kann ihre erwachsenen Kollegen Fahri Yardim, Barbara Sukowa und auch Cordula Stratmann mitunter locker gegen die Wand spielen. Aber auch diese Charaktere sind gut und vor allem so glaubhaft angelegt, dass auch erwachsene Zuschauer nicht entgeistert mit den Augen rollen. Da macht es sogar Spaß, eine Sorgerechtsverhandlung vor Gericht erleben zu können. Nur manchmal hätte der Film, für die Ohren der Jury, sprachlich noch ein wenig ausgefeilter sein dürfen, denn einige Dialoge wirken mitunter doch ein wenig pädagogisch-konstruiert bzw. in den Mund gelegt.


Dennoch war die Jury begeistert von dem Witz, dem Humor und der Leichtigkeit, mit denen ROCCA VERÄNDERT DIE WELT erzählt und auch davon, dass er keine Berührungsängste bei schwierigen Themen wie Obdachlosigkeit zeigt. Im Gegenteil: auch hier versucht der Film interessante Lösungsansätze zu finden, die ins kindliche Denken passen, ohne allzu absurd zu geraten.