Paranorman

Kinostart: 23.08.12
VÖ-Datum: 10.01.13
2012
Filmplakat: Paranorman

FBW-Pressetext

Für seine Schulkameraden ist Norman ein klarer Außenseiter. Die Tatsache, dass er ständig mit Geistern redet und auch sonst oft ziemlich wunderlich wirkt, hilft da recht wenig. Auch seine Familie fragt sich immer wieder, was denn bloß mit dem Jungen nicht stimmt. Doch als der Fluch einer Hexe die Kleinstadt bedroht und die Untoten aus ihren Gräbern erwachen, wird aus dem Sonderling der Retter in der Not. Denn nur er kann den Fluch aufhalten. Wenn er nur wüsste, wie! Vielleicht können ihm ja die Geister helfen. Eine liebevolle und amüsante Hommage an Klassiker des Horrorgenres und des Zombiefilms ist den Machern von CORALINE mit diesem raffinierten Stop-Motion-Film in perfekter 3D-Technik gelungen, der aber auch in 2D überzeugt. Pointierte Gags und rasante Szenen wechseln sich ab mit düster-gruseligen Schauereffekten und der liebenswerten Geschichte eines Jungen, der vom Außenseiter zum Helden wird. Die Figuren sind immer ein wenig skurril, aber doch stets zum Liebhaben. Und sowohl der amerikanische Zeitgeist, als auch die Geschichte des puritanischen Siedler-Amerikas werden mit Augenzwinkern betrachtet. Nicht nur für ältere Kinder, sondern auch für erwachsene Animationsfans ist PARANORMAN ein schaurig-schönes Abenteuer.

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Spielfilm
Regie:Sam Fell; Chris Butler
Drehbuch:Chris Butler
Kamera:Tristan Oliver
Schnitt:Christopher Murrie
Musik:Jon Brion
Weblinks:zelluloid.de; kinderfilmwelt.de;
Länge:93 Minuten
Kinostart:23.08.2012
VÖ-Datum:10.01.2013
Verleih:Universal
Produktion: Laika Entertainment
FSK:12
BD EAN-Nummer:5050582913347
DVD EAN-Nummer:5050582913323
Anbieter-Link:universal-pictures.de

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Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Norman ist mit seinen großen blauen Augen ein liebenswertes Kerlchen und er hat außerdem eine besondere Gabe: Er sieht, was andere nicht sehen können und spricht mit seiner toten Großmutter. Seine Eltern sind der Meinung, dass das alles vom Computerspielen und den vielen Horrorfilmen kommen muss, die er sich ansieht, denn sonst sind doch alle normal in der Familie. Dann aber tritt eine Situation ein, die nur Norman lösen kann, denn einzig und allein er kann mit den Zombies sprechen, die die Stadt überfallen und nicht zur Ruhe kommen, weil ein Hexenfluch gebannt werden muss. Doch Norman und sein Kumpel Alvin lösen alle Probleme, befreien die Stadt und schenken den Untoten Frieden.
Diese turbulente Horror-Geschichte ist wohl nur in einem animierten Film vorstellbar. Hier handelt es sich im Speziellen um die Stop-Motion-Technik, die für einen Langfilm wegen des großen Aufwands eher selten gewählt wird. Berühmte Vorgänger wie WALLACE AND GROMIT können als legendär bezeichnet werden, wenn man nach der Zuschauergunst fragt. Und auch PARANORMAN hat das Zeug dazu, Publikumsliebling zu werden. Die 3D-Technik, die hier zum Einsatz kommt, lässt die Charaktere noch stärker und überzeugender wirken. Noch nie hat man so verzweifelt-traurig dreinschauende Zombies gesehen, die um Erlösung flehen. Jeder Charakter hat seine eigene, besondere Qualität, alle Hauptfiguren durchlaufen eine Entwicklung, an der sie wachsen. Die Actionszenen sind gut in die Geschichte eingepasst. Bezüge zu amerikanischer Geschichte und Gegenwart sind erkennbar und bereichern die Handlung. Visuell überzeugend sind die Charaktere gestaltet und bewohnen eine künstlerisch gestaltete Welt, die auch als Milieustudie funktioniert.
Der Showdown hat gelegentlich die Wirkung einer Geisterbahn, in der Norman in immer schnellerer Fahrt alle rettet – die Lebenden, die Untoten und die Seele des Mädchens, das als Hexe verbrannt wurde. So erzählt der Film nicht nur von Gespenstern, sondern gibt sich auch als Coming-of-Age-Drama zu erkennen, das Norman durchlebt. Eine liebevoll gestaltete und intelligente Parodie auf das Horror-Genre in anspruchsvoller Technik, die jedoch nie zum Selbstzweck wird, sondern sich der Geschichte unterordnet.