Onegin

Kinostart: 21.09.00
1998
Filmplakat: Onegin

Kurzbeschreibung

Anfang des 19. Jahrhunderts lernt der arrogante Zynicker und
Städter Onegin auf dem Land eine wunderschöne junge Frau kennen,
deren Liebe er zurückweist. Jahre später begegnet er ihr in St.
Petersburg wieder.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:Martha Fiennes
Darsteller:Ralph Fiennes; Toby Stephens; Liv Tyler
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:106 Minuten
Kinostart:21.09.2000
Verleih:Helkon Filmverleih
Produktion: Onegin Production Ltd., London, Onegin Production Ltd.; Baby Productions; Seven Arts International;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Eine Literaturverfilmung, ein Herzenswunsch des Hauptdarstellers
Ralph Fiennes, dessen Schwester Martha Regie führt. Vorlage ist
die Versdichtung von Alexander Puschkin. Die Orte sind St.
Petersburg und die russische Provinz im ersten Drittel des 19.
Jahrhunderts. Evgeny Onegin ist ein zynischer Müßiggänger, der
gerade ein Landgut erbt und nun mal Provinzluft schnuppert. Dort
nimmt das Drama der Gefühle seinen Lauf, denn im Duell tötet er
den einzigen Menschen, den er einigermaßen ernst nimmt. Und er
weist die Liebe der jungen Tatyana zurück (überzeugend und mit
Wandlungsfähigkeit verkörpert von Liv Tyler). "Eine
Liebeserklärung, ein Kuss, eine Hochzeit, Familie, Verpflichtung,
Langeweile - ist es das, was Ihr anstrebt?", höhnt Onegin. Und
sie antwortet prophetisch: "Ihr verflucht Euch selbst." Jahre
später ist er es dann, der sie um die Erhörung seiner Liebe
anfleht. Aber es ist zu spät, das Schicksal hat seinen Lauf
genommen. Onegin bleibt nur die Verzweiflung.

Eine Kühle durchzieht den Film, und das nicht nur, weil es oft
Winter ist in Russland. Beinahe wie eine Versuchsanordnung
präsentiert der Film seine wenigen Personen, seziert das
Gefühlsdrama. Das macht das Geschehen eher intellektuell
nachvollziehbar als emotional erfahrbar. Historische Ausstattung,
Kostüme und Räume sind akzentuiert gesetzt. Die Kameraarbeit ist
durchdacht, der Schmuck von ausgesuchter Schönheit. Die Figuren
und das Geschehen bleiben auf gleichmäßiger Distanz. So ist es
ein eher kalter Film über die Liebe.