Nahschuss

FBW-Pressetext

Ein eindrucksvolles Drama, basierend auf einer wahren Geschichte: Intensiv gespielt und packend erzählt.

Der Ingenieur Franz Walter wird in den 1970er Jahren von der Stasi als Außendienstmitarbeiter in den Westen geschickt. Doch als er beschließt, auszusteigen, macht die Stasi ihm klar, dass es keinen Weg zurück gibt. Dank eines beeindruckenden Lars Eidinger in der Titelrolle fesselt dieses auf einer wahren Geschichte beruhende Drama bis zu seinem konsequent-radikalen Schlussbild.

Bereits in den ersten Minuten macht der Film unter der Regie von Franziska Stünkel klar, was im Zentrum der Handlung geschehen wird. Wie in der Mitte eines Sturms steht Lars Eidinger, der mit gewohnt beeindruckender Intensität seine Rolle annimmt, und macht die inneren Konflikte deutlich, die Franz‘ Entscheidungen mit sich bringen. Denn zunächst läuft alles wunderbar. Franz kann seiner Frau (wie immer großartig: Luise Heyer) dank der West-Geschenke auch im eher trostlos wirkenden Leben in der DDR etwas Besseres bieten. Und der Kollege, mit dem Franz in den Westen fährt und den Devid Striesow mit einer Mischung aus Überdrehtheit und Hilflosigkeit spielt, ist angenehm im Umgang. Doch je fieser die Methoden sind, mit denen Franz im Westen als Agent agieren muss, desto mehr wird das neue Leben für Franz zu einem Gefängnis. Die Kamera von Nikolai von Graevenitz lässt Eidinger spätestens jetzt nicht mehr aus den Augen. Immer enger wird das Bild, immer gehetzter der Blick von Franz. Die sepiafarbenen Bilder schaffen eine bedrückende Atmosphäre, die musikalische Untermalung durch den Score von Sebastian Karim Elias hält eine gute Balance zwischen Dramatik und subtil bedrohlicher Stimmung. Das alles gipfelt in einem konsequent gehaltenen Filmende, bei dem man als Zuschauer*in mit dem beklemmenden Gefühl der Ausweglosigkeit zurückbleibt, in das ein politisches System viele Menschen getrieben hat.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Spielfilm
Regie:Franziska Stünkel
Darsteller:Lars Eidinger; Devid Striesow; Luise Heyer; Hendrik Massute; u.a.
Drehbuch:Franziska Stünkel
Kamera:Nikolai von Graevenitz
Schnitt:Andrea Mertens
Musik:Sebastian Karim Elias
Länge:115 Minuten
Verleih:Alamode Filmdistribution
Produktion: Network Movie Film- und Fernsehproduktion GmbH & Co.KG, Franks Filmproduktion; C-Films; ZDF; Arte;
Förderer:Nordmedia; FFHSH

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Das Gutachten folgt in Kürze.