Murder in the First

Kinostart: 09.05.96
1994
Filmplakat: Murder in the First

Kurzbeschreibung

Dem Pflichtverteidiger eines Mörders, der durch Folter und Isolationshaft auf der Gefängnisinsel Alcatraz psychisch und physisch deformiert wurde, gelingt es in einem Aufsehen erregenden Prozess (1941), seinen Mandanten vor der Hinrichtung zu bewahren und das Justizvollzugssystem auf die Anklagebank zu bringen.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Kategorie:Spielfilm
Gattung:Drama
Regie:Marc Rocco
Darsteller:Christian Slater; William H. Macy; Kevin Bacon; Embeth Davidtz; Garry Oldman
Drehbuch:Dan Gordon
Kamera:Fred Murphy
Schnitt:Russell Livingstone
Musik:Christopher Young
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:122 Minuten
Kinostart:09.05.1996
Verleih:Fox
Produktion: Warner Bros. International, Warner Bros. International; Studio Canal Plus;
FSK:16

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Zuerst war es Mord - scheinbar ein klarer Fall zum "Abhaken", dann aber kam der unmenschliche Strafvollzug auf der Zuchthaus-Insel Alcatraz auf die Anklagebank. Dies ist das Thema eines historischen, durch und durch politischen Films, dessen parabelhafte Aussage auch für unsere Zeit noch Gültigkeit hat.

Ein Anwalt wird zum Pflichtverteidiger eines wegen einer Bagatelle in Alcatraz einsitzenden jungen Mannes, der, durch Folter gebrochen, zum Mörder gemacht wurde.

Verborgen vor der Öffentlichkeit, mit staatlicher Duldung, ist hier in Alcatraz im Strafvollzug Folter zum faschistischen Alltagsinstrument geworden, das einen Menschen dazu bringt, sich lieber schuldig zu bekennen und freiwillig in die Gaskammer zu gehen, als noch einmal dorthin zurückkehren zu müssen.

Ungeschminkt hart setzt der Film alle möglichen filmischen Elemente (vor allem auch die musikalische Untermalung) ein, um zu seinem Ziel zu kommen, dieses unmenschliche System anzuprangern.
Dabei wird auch der Zuschauer bewußt emotional eingebunden und während des ganzen Films in permanenter Spannung gehalten.

Die sorgfältige Ausstattung und eine Reihe von "historischen" Rückblenden erzeugen große Authentizität und vermitteln ein überzeugendes Zeitbild.

Christian Slater brilliert als engagierter Verteidiger. Kevin Bacon überzeugt in seinem Spiel zwischen Gebrochenheit und Lebenswillen. Alle weiteren Personen sind entsprechend ihren Charakteren gut besetzt.

Eine vorzügliche Kamera (einschließlich Lichtführung) und die Montage der Bilder bestechen auf besondere Weise in diesem perfekt gemachten, leidenschaftlich inszenierten Film.