Miss Bala

Kinostart: 18.10.12
VÖ-Datum: 01.03.13
2011
Filmplakat: Miss Bala

FBW-Pressetext

Laura ist 23 und hat einen großen Traum: Sie will an dem „Miss Baja“-Schönheitswettbewerb teilnehmen und so den ärmlichen Verhältnissen ihrer Heimat Tijuana entfliehen. Doch eines Abends wird sie Zeugin eines Massakers von Drogenkartellmitgliedern in einer Disko, und ihre beste Freundin verschwindet spurlos. Die korrupte Polizei liefert Laura dem brutalen Verbrecher Lino aus, der die junge Frau fortan zwingt, für ihn zu arbeiten. Eine Schönheitskönigin in den Fängen der Drogenkartelle – was so unglaublich klingt, basiert in der Tat auf einer wahren Geschichte. Allerdings nutzt Gerardo Naranjo die Fakten nur als Beispiel, um auf eine Realität hinzuweisen, die in Mexiko bereits unzählige Menschenleben zerstört hat. Die Macht der Drogen und der Sumpf der Kriminalität zeigen sich in farbentsättigten und trostlosen Bildern, die Kamera konzentriert sich auf die Figuren und zeigt schonungslos auf, wie brutal und sinnlos die Gewalt in diesem Drogenkrieg ist. Im Zentrum des Geschehens Laura, ergreifend eindringlich gespielt von Stephanie Sigman, die unschuldig ist und doch zur Mitschuldigen wird, weil sie eine Gefangene des Systems ist. Realistisch, verstörend, aufrüttelnd – ein Film, der die Augen öffnet für das, was schon viel zu lange Alltag ist.

Filminfos

Gattung:Drama; Spielfilm
Regie:Gerardo Naranjo
Darsteller:Stephanie Sigman; Noé Hernández; James Russo; José Yenque; Juan Carlos Galván; Irene Azuela; Javier Zaragoza; Lakshmi Picazo; Miguel Couturier
Drehbuch:Mauricio Katz, Gerardo Naranjo
Kamera:Mátyás Erdély
Schnitt:Gerardo Naranjo
Musik:Emilio Kauderer
Weblinks:zelluloid.de;
Länge:114 Minuten
Kinostart:18.10.2012
VÖ-Datum:01.03.2013
Verleih:Fox
Produktion: Canana Films, Fox International Productions; el Instituto Mexicano de Cinematografía IMCINE; el Consejo Nacional para la Cultura y las Artes CONACULTA; el Fondo de Inversión y Estímulos al Cine FIDECINE;
FSK:16
DVD EAN-Nummer:4010232059031
Anbieter-Link:fox.de

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Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Drogenkriege in Mexiko wirken, als wären sie dem Untergangsszenario eines Science-Fiction Films entsprungen, der die Endzeit der Menschen zum Thema hat. Diesen Eindruck vermittelt der Film MISS BALA von Gerado Naranjo, oftmals ist dies jedoch bittere Realität. Die Geschichte, die der Film erzählt, orientiert sich an einer authentischen Begebenheit. Laura, seine Protagonistin, kommt aus Armutsverhältnissen und sie will unbedingt Schönheitskönigin werden. Bei ihrer Bewerbung fällt sie durch. In einer Disco gerät sie mit ihrer Freundin in ein Hinrichtungskommando eines Drogenkartells. Auch Unbeteiligte wie ihre Freundin müssen sterben, aber sie selbst kann entkommen. Mit ihrem Wissen um die Täter gerät sie an einen korrupten Polizisten, der sie an das Kartell verrät. Nun beginnt für Laura ein Leidensweg, der sie zwar zur Schönheitskönigin werden lässt, aber um welch hohen Preis? Sie gerät mitten hinein in den gnadenlosen Krieg der Banden, sowohl untereinander als auch mit dem eher hilflosen Staatsappart.

Die Bilder zeigen die ungeheure Brutalität und Raserei der Machtkämpfe in gedämpften, dunklen Farben, fast schon wie Schwarz-Weiß wirkend. Liquidationen von Verrätern, Spitzeln und Gegnern mitten in den Vorstädten oder in wüsten Felsnischen an den Stränden erscheinen wie Alltag. Aus Lauras Perspektive fühlen wir, wie konsequent dieser Film ihre und damit auch unsere Ohnmacht schlüssig im Film aufbaut. Es folgt eine Katastrophe nach der anderen: Für den Betrachter ist dies ein Psychogramm der Hilfs- und Ausweglosigkeit.

Die schauspielerische Leistung von Laura (Stephanie Sigmann) ist herausragend, obwohl oder gerade weil sie eine Laiendarstellerin sein soll. Die Ängste der Figur werden unsere Ängste, es ist verstörend mitanzusehen, was ein Mensch alles ertragen muss, wenn er Opfer wird und, in Lauras Fall, auch zur Täterin, weil sie überleben und deshalb mit den Wölfen als Kurierfahrerin heulen muss.
Wer hier wen bekämpft und warum, wird nicht transparent und soll es wohl auch nicht werden bei der Absurdität des Tötens, bei dem man niemanden vertrauen kann und nie sicher ist, auf welcher Seite jemand gerade steht.

Neben den schnellen Schnitten bei den Schießereien sind auch lange Plansequenzen kennzeichnend. Wir erahnen die Gedanken des Polizisten in seinem Wagen und wissen, dass er den Verrat an Laura plant, statt sie in das Präsidium zu bringen. Wir sehen später in das Gesicht von Laura, angsterfüllt, und wir wissen, was sie fühlt und was ihr hier passiert.

Kamera, Schnitt, Ton und Licht sind optimal für den Spannungsaufbau eingesetzt und auf Lauras Perspektive abgestimmt. Ein markantes stilistisches Lehrstück und ein äußerst konsequenter Film, der uns ratlos über die Verhältnisse in dem Land von Laura zurück lässt.