Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss

Filmplakat: Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss

FBW-Pressetext

Die Minions sind zurück! Perfekt-unterhaltsames Family-Entertainment mit hohem Spaß- und Actionfaktor.

In den 1970er Jahren haben die Minions mit dem jungen Gru endlich einen Anführer gefunden, den sie „Mini-Boss“ nennen und mit dem sie durch Dick und Dünn gehen wollen. Als Gru, der sich Hoffnung darauf macht, einen Job bei seiner Lieblingsschurken-Gang „Die Fiesen Sechs“ zu erhalten, entführt wird, tun die Minions alles, um ihren „Mini-Boss“ zu retten. Die gelbe Wuselbande der Minions ist zurück und sorgt mit ihren verrückt-verpeilten Einfällen auch im zweiten eigenen Abenteuer wieder für jede Menge Spaß im Kino.

Mehr Action, mehr Spaß und mehr Minions – das ist das exzellent funktionierende Rezept, das sich die Macher:innen rund um das zweite Solo-Abenteuer auf die Fahne geschrieben haben. Die Verfolgungsjagden sind noch ein wenig schneller, was aber genug Zeit für jede Menge Spaß mit den immer noch so zuckersüßen Minions lässt. Die Macher:innen des Films haben großen Spaß daran, Kevin, Stuart und Bob (stellvertretend für die ganze gelbe Rasselbande) immer wieder mit unlösbaren Aufgaben zu konfrontieren, die die Drei dann mit sehr eigenwilligen Einfällen lösen. Ob Karatelektionen bei einer ehemaligen Kampfsportmeisterin oder Undercover-Auftritte am Flughafen – die Minions sind nie um eine originelle Lösung verlegen. Auch wenn vieles schief- oder nach hinten losgeht. Geschickt setzt der Film als Prequel zum ersten Teil der ICH – EINFACH UNVERBESSERLICH-Reihe kleine Hinweise auf das, was in der Zukunft einmal passieren wird. Fans der Reihe sollten deswegen unbedingt die gesamte Ausstattung sowie überraschend auftauchende Nebenfiguren im Auge behalten. Was bei all der Action bei den Filmen nie verloren geht, ist die positive Botschaft, dass die Außenseiter:innen der Gesellschaft, so wie Gru oder eben die Minions, genau so richtig und liebenswert sind, wie sie sind. Und dass man, selbst wenn man ein Schurke ist, das Herz am richtigen Fleck haben kann.

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Komödie; Spielfilm; Kinderfilm; Abenteuerfilm
Regie:Kyle Balda; Jonathan del Val; Brad Ableson
Drehbuch:Brian Lynch; Matthew Fogel
Schnitt:Claire Dodgson
Länge:88 Minuten
Kinostart:30.06.2022
Verleih:Universal
Produktion: Illumination Entertainment, Universal Pictures; DreamWorks Animation;

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Die Minions sind die sympathischen Side-Kicks von Gru, dem „Bösewicht“ aus ICH - EINFACH UNVERBESSERLICH 1-3. Nach dem ersten Prequel MINIONS aus dem Jahr 2015 folgt nun also das zweite Prequel, das die Geschichte des Schuljungen Gru und seinen kleinen gelben Helferlein erzählt.
Die Besonderheit der Minions ist ihre erfundene Sprache, die zwischen Japanisch, Italienisch, Portugiesisch und Esperanto hin und her wechselt. Allerdings hatte man dieses Kauderwelsch bisher wirklich nicht verstanden. Nun aber werden den Zuschauenden oder besser den Zuhörenden einzelne Brocken hingeworfen, die durchaus verständlich sind. Das fand die Jury fast ein wenig schade, denn gerade die Unverständlichkeit war ja immer ein wichtiger Teil ihres Charakters. Seit ICH - EINFACH UNVERBESSERLICH aus dem Jahr 2010 hat sich die CGI-Technik nochmals deutlich weiterentwickelt. Das sieht man dem Film an, der im besten Sinne pures Überwältigungskino ist. Die ganz feinen Details gehen dadurch fast ein wenig verloren. Es gibt unzählige liebevolle Hinweise auf die Zeit und Popkultur der 1970er Jahre, in der diese Story angesiedelt ist. Anleihen an die Welt der Comic-Superhelden, die „Mad“-Comic-Hefte, DER WEISSE HAI, ROCKY, EASY RIDER und noch viele mehr. Gerade für die Erwachsenen sind diese Verweise eine schöne Zugabe, die jungen Kinogänger:innen werden und müssen es nicht registrieren. Denn die Kinder werden mit den kindgerechten Minions abgeholt, die mit Zahnspange oder kleinem Rucksack altersentsprechend gezeichnet sind. Gleichzeitig bedient der Film gekonnt die neuen Sehgewohnheiten, die junge Zuschauer aus ihrer Medienwelt zwar gewohnt sind, aber die Jury stellte sich die Frage, ob das überbordende Schnitt- und Motivwechseltempo vielleicht auch zu einer Überforderung, gerade für die jüngeren Zuschauenden, führen kann . Mit seiner großartigen Animation, schnellen Schnitten, kluger Situationskomik, überzeugt auch dieser Minion Film fraglos wieder als klassisches Family Entertainment. Die vielen kleinen Sub-Plots sind in einzelnen Erzählsträngen nachvollziehbar ausgeführt. Alle Charaktere sind erkennbar ausgearbeitet. Bei den „Fiesen Sechs“ hat die Anführerin namens „Disco-Donna“ eine bedrohliche Kontur und selbst wenn die Minions als große Masse inszeniert sind, haben auch sie jeweils eigene Charaktere. Mit seinem Thema Loyalität zur Gemeinschaft sendet der Film eine wichtige Botschaft, allerdings lautet diese gleichzeitig auch: „Finde deine Sippe und halte daran fest“, was, so gibt die Jury zu bedenken, auch eine eher abgrenzende Einstellung gegenüber anderen bedeuten kann und einen Verlust des Subversiven mit sich bringt.
Mit einer Musik inspiriert von den 70er Jahren, rasanter Situationskomik und seiner dramaturgisch perfekt gebauten Geschichte hat der Film, nach einer spannenden Diskussion und in Abwägung aller Argumente, die Jury als überaus gelungenes Family Entertainment sowie tolle Kino-Unterhaltung überzeugt.