Mein letztes Konzert

Filmplakat: Mein letztes Konzert

FBW-Pressetext

Nach so vielen Jahren kehrt sie für ein Konzert zurück an den Ort ihrer Jugend. An den Ort, wo sie in der Zeit des Nazi-Terrors alles verlor, was sie liebte. Wo die Schuld die Unschuld ablöste. Und Menschen ihr Leben verloren. Ihr ist klar, dass sie nie mehr gutmachen kann, was passiert ist. Und dennoch muss sie um Verzeihung bitten. Und auf Vergebung hoffen. MEIN LETZTES KONZERT ist der Abschlussfilms des Kameramanns Nils A. Witt an der Fachhochschule Dortmund. Mit einer einzigartigen Präzision und einem perfekten Auge für die genau richtigen Einstellungen erzählen seine exzellenten Schwarz-Weiß-Bilder, in der Regie von Selcuk Cara, die tragische Geschichte eines ungewollten Verrats. Die Narration selbst wirkt bewusst unzusammenhängend, springt von der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder zurück. Doch dies unterstreicht nur zusätzlich den erzählerischen Fokus des Films, dass nämlich jede Handlung eine Konsequenz bedingt. Und dass diese Konsequenz einen Menschen für den Rest des Lebens eine Bürde auferlegt, ganz unabhängig von der Zeit, die bereits vergangen ist. Dagmar von Kurnim spielt die tragende Rolle des Films mit einer unglaublichen Kraft und Intensität. In ihrem Gesicht spiegeln sich die Trauer der vergangenen Jahre und die unbändige Wut auf sich selbst. Ein bewegender und perfekt komponierter Film, der vor allem durch seine visuelle Brillanz besticht.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Kurzfilm
Regie:Selcuk Zvi Cara
Darsteller:Dagmar von Kurmin; Anne von Keller; Susann Rose; Timo Hübsch; Hubertus Regout
Drehbuch:Selcuk Zvi Cara
Kamera:Nils A. Witt
Schnitt:Selcuk Zvi Cara
Musik:Giora Feidman; Sonja Cara
Länge:14 Minuten
Produktion: Nils Witt, Selcuk Zvi Cara; FH Dortmund; University of applied sciences and arts;

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Eine Pianistin blickt auf ihr langes Leben zurück: Der Blick in einen Spiegel zeigt das Gesicht einer alten Frau. Ein Gesicht, welches Würde, aber auch Zeichen von großem Erleben, von Leid und Schmerz, von Erfolg und Niederlagen ausdrückt. Ein faszinierend schönes Gesicht. Dazu Reflexionen im Off - stimmig, philosophisch, schmerzlich: „Meine Seele ist getrennt von meinem Körper“ oder: „Die Zeit heilt alle Wunden, bei mir nicht!“
Sie steht in einem alten Eisenbahnwaggon – eine Fahrt ins Dunkel der Geschichte. Ein langer Blick und ein verzweifelter Schrei durch das Fenster eines Konzertsaales. Die Erinnerung an eine große Schuld, welches die Frau ein Leben lang mit sich trug. Aber war sie wirklich schuldig? Das letzte Konzert soll ihr Frieden bringen.
Eine großartige, ja faszinierende Kamera zieht mit ihren Schwarz-Weiß-Bildern den Zuschauer in seinen Bann. Beim Blick auf das Gesicht der Frau, bei dem Spiel von Licht und Dunkel, bei den wechselnden Bildperspektiven im Konzertsaal zwischen den im Schock erstarrten Menschen und den in atemloser Angst Verborgenen, denen ein schlimmes Schicksal droht.
Ein bewegender, emotionaler und ganz besonderer Film zum Thema „Holocaust“