Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger

Kinostart: 26.12.12
VÖ-Datum: 25.04.13
2012
Filmplakat: Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger

FBW-Pressetext

Die Eltern von Pi Patel möchten mitsamt ihrem Zoo von Indien nach Amerika auswandern. Also machen sie sich auf den beschwerlichen Seeweg über die Ozeane. Bei einem Unwetter sinkt das Schiff und nur Pi kann sich auf ein Boot retten, zusammen mit einem feindseligen und angriffslustigen bengalischen Tiger. Doch nach und nach gewöhnen sich die ungleichen Gefährten aneinander und werden zu Freunden. Ihre Suche nach dem rettenden Festland wird zu einer faszinierenden Reise. In seinem neuen Meisterwerk versteht es Regisseur Ang Lee aufs Beste, die Ebenen von Traum, Imagination und Wirklichkeit kunstvoll miteinander zu verbinden, wie es auch schon Yann Martel in seiner preisgekrönten literarischen Vorlage gelungen ist. Die farbenprächtigen Bilder von Pis Heimat Indien und die visuell grandios eingefangene Unendlichkeit des Meeres beeindrucken ebenso wie das intensive Spiel des Hauptdarstellers, der Stück für Stück mit dem Wesen des Tigers verschmilzt und mit ihm eine unzertrennbare, vom Schicksal bestimmte Einheit bildet. Der Zuschauer wird getragen von den Emotionen, den Erinnerungen und den Abenteuern des Jungen. Ein mitreißender und bildgewaltiger Film über eine Freundschaft, die das Leben verändert.

Filminfos

Gattung:Drama; Spielfilm
Regie:Ang Lee
Darsteller:Suraj Sharma; Irrfan Khan; Tabu; Rafe Spall; Gérard Depardieu; Tobey Maguire; Adil Hussain; Ayush Tandon
Drehbuch:David Magee
Buchvorlage:Yann Martel
Kamera:Claudio Miranda
Schnitt:Tim Squyres
Musik:Mychael Danna
Weblinks:zelluloid.de;
Länge:127 Minuten
Kinostart:26.12.2012
VÖ-Datum:25.04.2013
Verleih:Fox
Produktion: Fox 2000 Pictures, Rhythm and Hues;
FSK:12
BD EAN-Nummer:4010232059338
DVD EAN-Nummer:4010232059321
Anbieter-Link:fox.de
DVD Extras:Featurette; Trailer

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Mit der Verfilmung des weltbekannten Romans von Yann Martel ist Ang Lee ein außergewöhnliches Filmwerk gelungen.
Bevor die fast unglaubliche Geschichte des jungen Pi erzählt wird, gibt uns der Film viel Raum, die zeitgeschichtlichen Hintergründe des Protagonisten zu erfassen: Sein wohl behütetes Leben in einer Familie, die ihm nicht nur den intellektuellen Boden für seine Zukunft bereitet, sondern auch noch ein ganz besonderes Umfeld für seine Kindheit. So ist Pis Vater der Besitzer eines Zoos im indischen Pondicherry, wo der Junge erfüllte Tage bei Tigern, Zebras, Nilpferden und anderen exotischen Tieren verbringen darf. Als Pi eines Tages mit der christlichen Religion in Kontakt kommt, beginnt auch seine gesteigerte Neugier für andere Religionen und seine Auseinandersetzung mit Glaubensfragen und der Suche nach Gott. Als die Familie einen beruflichen Neuanfang in Kanada antreten muss, geht sie auf eine große Schiffsreise zusammen mit den Tieren, welche aber in einer Katastrophe enden sollte.
Pi und der Tiger treiben als einzige Überlebende in einem Rettungsboot mitten im Pazifik, erst als erbitterte Feinde im Kampf ums pure Überleben und der Findung von Nahrung. Schließlich müssen sie erkennen, dass sie nur gemeinsam eine Chance haben, jemals wieder Land zu gewinnen. Pi hat sehr viel Zeit, über sein Leben und über Fragen des Glaubens nachzudenken, aber auch über den Verlust seiner geliebten Familie. In einem fürchterlichen Sturm gelingt es ihm, endlich loszulassen und sich gottergeben in sein weiteres Schicksal zu fügen, was nur so die letztliche Rettung bedeuten kann. Die endlosen Tage auf dem Meer werden auch zu einem besonderen Erlebnis mit den Wundern der Natur, den Elementen und dem Reichtum der Tierwelt im Ozean.
Jahre später erzählt Pi in Montreal seine Erlebnisse einem Autor, der darüber ein Buch verfassen will. Und dann noch die zweite Version der Geschichte; die Pi den Versicherungsagenten über den Untergang des Schiffes erzählt. Ein herrlicher dramaturgischer Kunstgriff von Romanautor Martel und Regisseur Ang Lee.
Welche Geschichte ist nun die wahre oder sind die Erzählungen Pis alle nur Phantasie?
Suraj Sharama vermag auf herausragende Weise als der junge Pi zu überzeugen. Alle weiteren Charaktere sind trefflich besetzt und ihr Spiel sehr gut. Ein glänzendes Drehbuch vermag den Zuschauer in ständiger Spannung zu halten. Und ein besonderes Lob gilt der grandiosen Kameraarbeit unter schwierigsten Bedingungen beim Kampf mit den Elementen und mit Bildern von außergewöhnlicher Schönheit. Noch nie konnte man solche traumhaften Blicke auf die Gestirne des Himmels, das Leuchten des Ozeans und den Reichtum seiner Tierwelt werfen.