Les Misérables

Kinostart: 21.02.13
2012
Filmplakat: Les Misérables

FBW-Pressetext

Der geläuterte Ex-Sträfling Jean Valjean (Hugh Jackman) beschließt, sein Leben grundlegend zu ändern und unter einem anderen Namen ein rechtschaffener Bürger zu werden. Er erklärt sich bereit, für die kleine Tochter der Fabrikarbeiterin Fantine (Anne Hathaway) zu sorgen, doch der skrupellose Inspektor Javert (Russel Crowe) glaubt nicht an Valjeans Wandlung und versucht, ihn mit allen Mitteln wieder hinter Gitter zu bringen. Victor Hugos zeitlose Geschichte über Elend und Erlösung, über unerfüllte Liebe und scheiternde Träume wurde bereits erfolgreich als Bühnen-Musical adaptiert, das nun unter der fulminanten Regiearbeit Tom Hoopers nicht minder erfolgreich auf die Leinwand übertragen wurde. Die hervorragende Ausstattung des Films grundiert den historischen Hintergrund und bildet eine Folie, vor der sich ein Stoff mit großer Tragik und Pathos entfaltet und doch Leichtigkeit entwickelt. Die rhythmische Montage führt die grandiose Musik und das filmische Bild zu einer gleichermaßen harmonischen wie aufregenden Liaison zusammen und ohnehin spielt Tom Hooper sämtliche Möglichkeiten des Films aus. Die hochkarätige Besetzung hat ihre Gesangsdarbietung während des Spiels eingesungen – ein riskantes Unterfangen, das aber vollkommen aufgeht und dem Film-Musical eine eigenständige Note verleiht. Vor allem bei Anne Hathaway wirkt es erstaunlich, mit welch nuancierten, mimischen Veränderungen sie trotz gleichzeitigen Gesangs „filmische“ Gefühle auszudrücken vermag. Ein großer Stern am Musical-Himmel.

Filminfos

Gattung:Drama; Musikfilm; Spielfilm
Regie:Tom Hooper
Darsteller:Hugh Jackman; Russell Crowe; Anne Hathaway; Amanda Seyfried; Sacha Baron Cohen; Helena Bonham Carter; Eddie Redmayne; Samantha Barks
Drehbuch:William Nicholson; Claude-Michel Schönberg; Alain Boublil
Buchvorlage:Victor Hugo
Kamera:Danny Cohen
Schnitt:Chris Dickens
Musik:Claude-Michel Schönberg
Weblinks:zelluloid.de; moviejones.de;
Länge:158 Minuten
Kinostart:21.02.2013
Verleih:Universal
Produktion: Working Title Films, Cameron Mackintosh Ltd.;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Tom Hoopers Film erzählt in 158(!) Minuten die dramatische Geschichte der Rivalität zwischen dem Aufseher und späteren Polizeiinspektor Javert und dem ehemaligen Häftling 24601 Jean Valjean. In zum Teil opulenten Bildern fängt die ausgezeichnete Kameraführung Massenszenen ein, verweilt aber auch ruhend auf den Gesichtern der Darsteller. Licht und Maske tragen wesentlich dazu bei, diesen historisch bewegenden Abschnitt der französischen Geschichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts filmisch zu prägen. Trotz der Zwischeneinblendungen von Jahreszahlen und Kurzkommentaren fällt es nicht immer leicht, den Fluss des Dargestellten zu folgen. In der opulenten Schlussszene werden sogar Tote wieder lebendig, die Prophezeiung des Chores erinnert an dessen Funktion in der klassischen griechischen Tragödie. Dass die Balance zwischen der dramatischen Romanvorlage Victor Hugos und dem Filmmusical nicht immer gelingt, fällt in mehreren Szenen auf. Die Ordensverleihung an den toten Gauroch birgt schon operettenhaftes Timbre in sich ebenso wie die erste und zweite Begegnung zwischen Cosette und Marius. Die eine oder andere Länge bzw. Ungenauigkeit ist vorhanden, und dennoch werden die zweieinhalb Stunden nicht als zu lange empfunden. Dies vermag nur ein außergewöhnlicher Film zu leisten. LES MISÉRABLES besticht durch die herausragende Besetzung. Hervorzuheben sind Anne Hathaway, Samantha Barks, Hugh Jackmann und Russel Crowe. Ihre darstellerischen und stimmlichen Leistungen harmonieren. Insbesondere Anne Hathaway gelingt als Fantine gelingt mit "I Dreamed a Dream" ein Bravourstück der Kombination von gekonntem Gesang und facettenreichem mimischem Ausdruck, wie er so noch nicht oft in der Geschichte des Filmmusicals anzutreffen war. Dies ist umso bemerkenswerter, als die Kameraeinstellung stets gleich in der Nahaufnahme bleibt. Die direkt am Set von ihnen eingesungenen Rollen zeigen natürlich auch Grenzen auf, werden aber durchaus dem Genre gerecht.
Ein in mehrfacher Hinsicht wirklich außergewöhnlicher Film.