Knerten traut sich

Filmplakat: Knerten traut sich

FBW-Pressetext

Dem kleinen Lillebror macht es Spaß, seiner Mutter im Laden zu helfen. Auch mit seinem Vater oder seinem großen Bruder ist er gerne zusammen. Doch am glücklichsten ist er, wenn er mit Knerten spielen kann. Der ist ein sprechender Ast und Lillebrors allerliebster Spielkamerad. Als die Mutter von einem Auto angefahren wird und im Krankenhaus liegt, will Lillebror herausfinden, wer der Schuldige ist. Klar, dass Knerten ihm dabei hilft, wo er nur kann. Mit von der Partie sind auch Lillebrors beste Freundin Vesla und das Birkenstöckchen Karoline, in das sich Knerten Hals über Kopf verliebt. Das zweite Abenteuer von Lillebror und Knerten, den Helden einer norwegischen Kinderbuchreihe, überzeugt erneut durch die liebevolle Figurengestaltung und die kindgerechte Dramaturgie. Alles was passiert wird auch den jüngsten Zuschauern verständlich erklärt und über allem stehen die positiven Botschaften von Freundschaft und Familie. Der Film erzählt stets aus der Perspektive des Kindes: Positiv, spannend und humorvoll. Weiter so, Knerten und Lillebror!

Filminfos

Gattung:Spielfilm; Kinderfilm; Literaturverfilmung
Regie:Martin Lund
Darsteller:Adrian Grønnevik Smith; Pernille Sørensen; Jan Gunnar Røise
Drehbuch:Birgitte Bratseth
Buchvorlage:Anne-Cath. Vestly
Kamera:Morten Halfstad Forsberg; Adrian Grønnevik Smith; Pernille Sørensen
Schnitt:Steinar Stalsberg
Musik:Magnus Beite
Weblinks:zelluloid.de; kinderfilmwelt.de;
Länge:78 Minuten
Kinostart:12.04.2012
Verleih:Polyband
Produktion: Paradox Rettigheter AS
FSK:0

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Auch in diesem zweiten Film mit den Abenteuern des kleinen Lillebror und seines hölzernen Freundes Knerten werden die sechziger Jahre wieder durch sowohl detailreiche wie auch liebevolle Ausstattung, Kostüme und Maskenbild heraufbeschworen. Inzwischen ist es für alle anderen Figuren auch so selbstverständlich, dass der Junge sich mit einem Zweig unterhält, dass niemand auch nur ein Wort darüber verliert .Es taucht sogar ein Mädchen in Lillebrors Alter auf, das ebenfalls einen sprechenden Zweig, besitzt, und da dieser weiblich ist, bahnt sich bald eine „hölzerne“ Romanze an. Nachdem Lillebrors Mutter auf einer Waldstraße vom Fahrrad gestürzt ist, und der kleine Junge dort eine Scherbe von einem Autoblinklicht findet, sucht er den Fahrer des Autos, das seiner Meinung nach seine Mutter angefahren hat. Freundin Vesla hilft ihm dabei nach Kräften, und die beiden bestehen spannende Abenteuer, bis Lillebror erkennen muss, dass er selbst für das Unglück verantwortlich ist. Knerten und seine neue Freundin Karoline sind sparsam, aber effektiv animiert, sodass sie sprechen, laufen, fliegen, vor allem aber küssen können. Ein großer Teil des Charmes dieses Kinderfilms besteht darin, dass Lillebror in seinen Handlungen immer kindlich bleibt. So liefert er sich ein trotziges Ja-Nein-Duell mit einem Nachbarsjungen, der vorher schon durch Westernmusik als Konkurrent den schwedischen „Saloon“, sprich den Gemischtwarenladen, betritt. Der Busfahrer als zweiter potentieller Schurke spielt sogar selbst die Mundharmonika á la Morricone, aber in diesem Film ist keiner so böse wie er scheint, und selbst die etwas merkwürdige Automechanikerin, die beunruhigende Dinge sagt („nicht einmal zu einer Bösen tauge ich“) und massenhaft Waffeln essen kann, lernt Lillebror bald als eine eigentlich ganz nette exzentrische Dame kennen. Der Film bleibt sowohl dramaturgisch wie auch stilistisch konsequent auf der Höhe seines fünfjährigen Protagonisten. Er erzählt aus seiner Perspektive, im Rahmen seines Erfahrungshorizonts und Reifegrades. Dadurch wirkt seine Welt so in sich stimmig und anrührend. Er lernt während seiner Abenteuer kleine Lektionen wie jene, dass der Unterschied zwischen gut und böse oft nicht so eindeutig ist, wie es auch den ersten Blick scheinen mag. Vor allem werden aber die Neugierde und der Mut als die Tugenden der kleinen Helden gefeiert. KNERTEN TRAUT SICH ist mit seinem zärtlichen Humor und sympathisch ruhigem Erzähltempo ein herzerwärmender Film für Kinder zwischen 5 und 8 Jahren. Aber auch Erwachsene können an ihm ihre Freude haben, weil die 60er Jahre hier sehr amüsant als eine unschuldige Märchenwelt präsentiert werden, die für sie noch viel fantastischer wirken dürfte als ein sprechendes Stück Holz.