Kill the Boss

Kinostart: 01.09.11
2011
Filmplakat: Kill the Boss

FBW-Pressetext

Gegen einen fiesen Chef helfen keine Hausmittel: Davon können Nick, Dale und Kurt ein Lied singen. Alle drei werden von ihren Vorgesetzten auf perfide und fiese Art schikaniert. In ihrer Verzweiflung beschließen die drei Freunde, aufs Äußerste zu gehen und wollen einen Killer anheuern. Doch mit diesem Plan beginnt der Ärger erst. Seth Gordon ist mit KILL THE BOSS eine schwarze Komödie gelungen, die eine hohe Dichte an selbstreferentiellen Gags und selbstironischen Andeutungen aufweisen kann. Die witzige Grundidee wird in einem intelligenten Drehbuch weitergeführt, wenn auch in manchen Szenen die Gürtellinie unterschritten wird. Darsteller wie Kevin Spacey, Jennifer Aniston und Colin Farell glänzen in ihren Rollen als Bösewichter und bei den Hauptdarstellern stimmt die Chemie. Dank der großartigen Besetzung, einem hohen Tempo und dem stimmigen Soundtrack ist hier beste Kino-Unterhaltung garantiert!

Filminfos

Gattung:Komödie; Spielfilm
Regie:Seth Gordon
Darsteller:Jason Bateman; Charlie Day; Jason Sudeikis; Jennifer Aniston; Colin Farrell; Kevin Spacey; Donald Sutherland; Jamie Foxx; Julie Bowen; P.J. Byrne; Steve Wiebe
Drehbuch:Michael Markowitz; John Francis Daley; Jonathan M. Goldstein
Buchvorlage:Michael Markowitz
Kamera:David Hennings
Schnitt:Peter Teschner
Musik:Christopher Lennertz
Webseite:killtheboss.de;
Weblinks:zelluloid.de;
Länge:98 Minuten
Kinostart:01.09.2011
Verleih:Warner
Produktion: New Line Cinema, Rat Entertaiment;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Die FBW-Jury hat dem Film das Prädikat wertvoll erteilt.

Manchmal machen sich Hollywoodstars ja einen Spaß daraus, statt der ewigen Hauptrollen mal einen sogenannten „Charakter“ zu spielen, und meist entwickeln sie dabei einen besonderen Ehrgeiz, denn so können sie sich als wandlungsfähige Schauspieler profilieren. Hier hat der Regisseur Seth Gordon das Glück, dass Kevin Spacey, Jennifer Aniston und Colin Farell die für sie ungewohnt kleinen, dafür aber saftigen Rollen der drei „horrible bosses“ übernehmen.

Jason Bateman, Charlie Day und Jason Sudeikis sind dagegen die eher harmlosen und auch nicht allerklügsten Helden – eben keine Bosse, sondern nette Angestellte, die ihre Arbeit ordentlich verrichten und ein bequemes, langweiliges Leben führen würden – wenn da nicht ihre Vorgesetzten wären, die ihnen das Leben zur Hölle machen. So ist etwa Nick (Bateman) ein eifriger Büromensch, der schon lange auf eine neue höhere Stelle lauert, und sein Chef treibt ihn zu Höchstleistungen mit viel Überstunden an, nur um Nick dann auf einer Betriebsversammlung vor allen zu demütigen und die Stelle selber zu übernehmen. Keiner kann Verachtung und Überheblichkeit ausstrahlen wie Kevin Spacey, der den sadistischen Großkotz hier so gigantomanisch anlegt, als würde er sich damit für den Schurken im nächsten James Bond-Film bewerben. Dale (Day) ist Zahnarzthelfer bei einer Dentistin, und er wird (um den Rollentausch perfekt zu machen) von ihr sexuell belästigt. Jennifer Aniston hat sichtlichen Spaß daran, hier gegen ihr Image zu spielen und eine sich glaubwürdig in eine hässliche (es ist nicht leicht, aber es gelingt ihr) vulgäre und boshafte Chefin zu verwandeln. Colin Farell hat sich schließlich mit Halbglatze, Spitzbart und einer extrem schleimigen Körpersprache so verwandelt, dass er kaum zu erkennen ist. Als der kokainsüchtige Sohn eines Betriebsbesitzers wird er zur Heimsuchung des Gutmenschen Kurt (Sudeikis). Dieser war vom patriarchalischen Firmenchef (Donald Sutherland glüht kurz voller Wohlwollen auf) als sein Nachfolger auserkoren, doch nach dessen plötzlichem Herztod macht sich der missratene Spross systematisch daran, das Erbe des Vaters (und damit auch den Betrieb) in Rekordzeit zugrunde zu richten.

Ganz so hilflos sind die vermeintlichen Opfer aber auch nicht, denn die drei treffen sich in einer Bar und hecken einen Plan aus. Einer kann ja jeweils den Boss des anderen töten. „Wie in diesem Hitchcockfilm, STRANGERS ON A TRAIN“, fällt Nick dabei sofort ein, und auch sonst kennen die drei zwar viele kulturelle Bezüge, sind im Morden aber eher unbedarft. Der komische Effekt entsteht dadurch, dass die Möchtegern-Mörder so dilettantisch und ihre Bosse so fies sind. In der Mitte des zweiten Aktes droht die Komödie zwar ein wenig durchzuhängen, aber dann hat, genau passend, Jamie Foxx seinen Auftritt als ein gefährlicher Berufsverbrecher mit dem schönen Namen „Motherfucker Jones“, der am ehesten noch an den Dealer in der Sesamstraße („Heeey, you wanna buy a B?“) erinnert. Viele der Lacher gehen im wahrsten Sinne des Wortes unter die Gürtellinie, und einigen Mitgliedern der Jury stießen sich an diesem doch eher kruden Humor. Positiv wurde dagegen bemerkt, dass im Kontrast zum makabren und manchmal obszönen Humor die anrührende Geschichte von drei Freunden erzählt wird, die füreinander (manchmal buchstäblich) durch dick und dünn gehen.