Kick-Ass

Filmplakat: Kick-Ass

FBW-Pressetext

Das grüngelbe Superhelden-Outfit macht aus dem unbeachteten Schüler-Nerd die umjubelte Ikone Kick-Ass. Schon bald gesellen sich weitere Actionhelden wie Hit Girl, Red Mist und Big Daddy um Dave, die es jedoch nicht alle gut mit ihm meinen. Was hier im Sinne einer knallbunten High-School-Komödie beginnt, wird schon bald zum knallharten Actionstreifen mit absurdem Humor, der Fans und Liebhaber überdrehter Comic-Verfilmungen mit einer Fantasiewelt aus Anspielungen, (Film-)Zitaten und überspitzer Gewaltexzesse mit Martial-Arts-Elementen begeistern kann. Regisseur Matthew Vaughn ironisiert das Genre in gleichem Maße, wie er Grenzen überschreitet und neue Maßstäbe setzt. Schnell geschnitten, ästhetisch ausgefeilt und voller moderner Pop-Mythen abseits jeder Realität. Ein Film, der es zu polarisieren versteht – für ein reifes Publikum!

Filminfos

Kategorie:Spielfilm
Gattung:Komödie; Spielfilm; Actionfilm
Regie:Matthew Vaughn
Darsteller:Nicolas Cage; Mark Strong; Aaron Johnson; Jason Flemyng; Chloe Moretz; Christopher Mintz-Plasse; Lyndsy Fonseca; Clark Duke
Drehbuch:Jane Goldman
Buchvorlage:Mark Millar
Kamera:Ben Davis
Schnitt:Eddie Hamilton; Jon Harris
Musik:Ilan Eshkeri; Henry Jackman
Webseite:kickass-themovie.com;
Länge:118 Minuten
Kinostart:22.04.2010
Verleih:Universal
Produktion: Plan B Entertainment, Marv Films;
FSK:16

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Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Die Superheldenparodie KICK-ASS basiert auf dem gleichnamigen Comic-Buch von Mark Miller und John Romita Jr. und ist im Highschool-Milieu angesiedelt. Dave – alias Kick-Ass (Aaron Johnson) – ist ein eher schwächlicher, unscheinbarer Teenager, ein Nerd, der Comics über alles liebt und regelmäßig mit seiner Clique im „bookshop“ abhängt. Gelangweilt und enttäuscht von der Mittelmäßigkeit seiner realen Existenz, beschließt er eines Tages, selbst aktiv zu werden und sich mit Hilfe eines passenden Kostüms zum leibhaftigen Helden seiner Comic-Welten zu transformieren.

Ein über den Versandhandel bestellter Super-Helden-Anzug verspricht seine kühnsten Träume wahr werden zu lasen. Einmal reingeschlüpft in die giftgrüne Ganzköper-Hülle, scheinen Spider-Man & Co nicht mehr fern, sondern leibhaftig an Gestalt zu gewinnen. Zumindest für Dave, der sich sogleich mutig, bewaffnet mit zwei Cricket-Schlägern, auf den Weg macht, um das Verbrechen zu bekämpfen. In einer düstren Seitenstraße in Downtown Manhattan stellt er sich sogleich zwei Autoknackern in den Weg. Den beiden gewaltbereiten Junkies kommt der spindeldürre Junge im lächerlichen Neopren-Anzug gerade Recht. Und so endet diese erste Superhelden-Episode, wie vorhersehbar, böse und brutal. Nachdem Dave mühsam wieder zusammengeflickt aus dem Krankenhaus entlassen worden ist, beschließt er, sich von nun an zu beschränken und sich auf Katzenrettungs-Aktionen und ähnliche Gut-Mensch-Taten zu spezialisieren sowie seinen Einsatz auf einige festgelegte Stunden pro Woche zu reduzieren.

Dieser neu eingeschlagene Weg bringt Dave den ersehnten Erfolg. Trotz hin und wieder eingesteckter Schläge, Schrammen und Stürze bringt ihm sein Einsatz viel Sympathie und Zuspruch der angebeteten Katie Deauxma (Lyndsy Fonseca) ein und dazu noch 16.000 neue MySpace-Freunde!

Alles wäre gut, wenn nicht plötzlich Hit-Girl (Chloe Moretz) in sein Leben treten würde, eine messerscharfe Switchblade-Sister und andere Superhelden („Red Mist“) im World-Wide-Web ihr Unwesen trieben. Keiner beherrscht den Umgang mit den tödlichen Wurfgeschossen so kunstvoll wie Hit-Girl, denn niemand anderes als ihr Vater Big Daddy (Nicolas Cage) – ein schwarz gekleideter Superheld zwischen Batman, Midnighter und Phantom of the Paradise – hat die 12jährige dazu ausgebildet, gemeinsam mit ihm und dem Bürgermeister von New York gegen eine gemeine Verbrecherbande anzutreten, die seit langem die Stadt terrorisiert…

Die rasante Actionkomödie steckt voller Überraschungen und ist heiter, grotesk und spannend zugleich. Eine geschickte Dramaturgie treibt die Story auf mehreren Ebenen voran, paart Grauen mit Erstaunen und Humor und kühlt blutige Gewaltexzesse in einem Bad aus Witz und Ironie wieder ab. Hit-Girl ist Unschuld und mitleidslose Kampfmaschine zugleich. Wenn die niedliche Kleine im Schottenrock mit rosa Haaren beim Pförtner des Hotels, in dem die Verbrecherbande logiert, schüchtern um Einlass bittet, weiß der Zuschauer, dass sich nun eine Supernova entzündet, die ihresgleichen sucht. Anschließend will Kick-Ass, der im finalen Showdown über sich hinauswächst und zu ihrem Retter wird, nichts mehr vom Superhelden-Dasein wissen, und auch Hit-Girl geht nach dem Massaker im Gangster-Nest und dem Tod von Big Daddy wieder zur Schule und will von nun an ein ganz normales High-School-Girl werden.

Die facettenreich eingeführten Helden und Anti-Helden verweisen auf beliebte Figuren aus dem Comic-Universum und wecken beim Betrachter das Vergnügen am Dechiffrieren. Witzige Dialoge und gut entwickelte Plots tragen die Geschichte leichtfüßig voran und geben ihr Tempo, ohne den interessierten Zuschauer jemals dabei zu verlieren. Da alle Figuren mit einer eigenen Legende ausgestattet sind, Hit-Girl und Big Daddy neben ihrer Existenz als todbringendes Rächerpärchen auch liebender Vater und Tochter sind, ist man stets nah bei ihnen und bei ihrem Kampf für Gerechtigkeit. Als die „Räuber-Höhle“ ausgehoben wird, gewinnt das Szenarium die Struktur eines Computerspiels, und die unzähligen Leichen, die ihren Weg pflastern, kommen so unwirklich daher wie in einem Comic-Märchen. Damit positioniert sich Regisseur Matthew Vaughn auch gegen gängige Darstellungen von Gewalt im Internet. Hier liegt allerdings die Demarkationslinie, an der sich die Meinungen der Jury ganz grundsätzlich teilten. Weder Highschool-Komödie noch klassische Superhelden-Geschichte, erhielt der Film für das unterhaltsame Überschreiten von Genre-Grenzen das Prädikat wertvoll.