Johnny English - Jetzt erst recht

Kinostart: 06.10.11
2011
Filmplakat: Johnny English - Jetzt erst recht

FBW-Pressetext

Johnny English, Topspion des britischen Geheimdienstes MI7, hat sich nach einem desaströs gescheiterten Einsatz in ein tibetanisches Kloster zurückgezogen. Doch bald ist es mit der meditativen Ruhe vorbei. Der chinesische Premierminister soll ermordet werden, der Welt droht ein nuklearer Krieg. Und dies soll und kann natürlich nur einer verhindern: Johnny English, die geheimste Geheimwaffe Ihrer Majestät. Acht Jahre ist es her, dass der britische Komiker Rowan Atkinson seine Figur Johnny English als Farce auf die Bond-Filme auf die Leinwand brachte. Und erneut entsteht durch die Vielzahl an Genre-Zitaten im Rahmen einer rasant erzählten Geschichte und vieler amüsanter Einfälle perfekt gemachte Kino-Unterhaltung. Rowan Atkinson glänzt als Johnny English in einem komisch-genialen Mix aus Slapstick, chaotischen Aktionen und distinguiertem britischen Snobismus. Mission geglückt!

Filminfos

Gattung:Komödie; Spielfilm
Regie:Oliver Parker
Darsteller:Rowan Atkinson; Dominic West; Gillian Anderson; Rosamund Pike; Daniel Kaluuya; Richard Schiff; Ben Miller
Drehbuch:Hamish McColl
Kamera:Danny Cohen
Schnitt:Guy Bensley
Musik:Ilan Eshkeri
Webseite:johnnyenglish.de;
Weblinks:zelluloid.de;
Länge:102 Minuten
Kinostart:06.10.2011
Verleih:Universal
Produktion: Working Title Films Production
FSK:6

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Um es vorweg zu nehmen: Die Fans von Mr. Bean bzw. von Rowan Atkinson kommen bestimmt auf ihre Kosten und bekommen sogar im Abspann noch einen Leckerbissen serviert. Auch all jene, denen der Sinn nach einem amüsanten Kinovergnügen steht, werden sicherlich nicht enttäuscht. Das Team um Oliver Parker versteht sein Handwerk. Parodien oder Persiflagen auf das Genre des Agenten-Action-Films sind nicht neu und wer sich daran wagt, muss die technischen Standards erfüllen und jede Menge Einfälle investieren. Das scheint hier vollauf gelungen zu sein. Wohltuend wirkt bereits am Anfang der Ortswechsel von London nach Tibet. Vor faszinierender Bergkulisse reinigt sich der gescheiterte Geheimagent von einer erlittenen Schande und erwirbt wichtige Eigenschaften, die er später bei seinem neuen Abenteuer braucht. Beim MI7 hat sich viel verändert, stellt Johnny fest, als er dort eintrifft und wieder seinen Job antritt. Der Geheimdienst braucht inzwischen ein Unternehmen wie Toshiba als Sponsor. Das Personal wird auf Effizienz getrimmt und soll sich politisch korrekt verhalten. Romantik ist verflogen und Heldenmut keine Tugend mehr. Allerdings gibt es natürlich immer noch die seit Bond berühmten Hightech-Waffen, mit denen Johnny English nun – unterstützt von einem jungen Assistenten – für seine Majestät kämpft. Dominic West spielt überzeugend den Bösewicht Simon Ambrose, der ein idealer Kontrahent für Johnny English ist.
Rowan Atkinson bekommt viel Gelegenheit für Slapstick und darf beim Showdown sogar clowneskes Rouge auf die Lippen schminken. Auch wichtige andere Zutaten (Verwechslungen, Verfolgungsjagden, artistische Höchstleistungen usw.) kommen zum Einsatz. Autoren und der Regisseur beweisen viel Einfallsreichtum. Besonders gute Effekte werden erzielt, wenn der Held nicht bloß durch Tollpatschigkeit lächerlich wirkt, sondern auch seine im tibetischen Kloster erworbenen altertümlichen Fähigkeiten anwenden kann und auf diese Weise die überlegenen Gegner bezwingt. Der Film-Spaß bietet zwar keine sensationellen Innovationen, wird dafür aber auch nicht durch ambitionierte Experimente getrübt. Rowan Atkinson (und mit ihm das gesamte Schauspielerensemble) ist stark genug, um ein konventionelles, aber deshalb keineswegs überholtes Kinovergnügen zu bereiten. Diese Professionalität ist viel wert und daher votierte die FBW-Jury für das Prädikat „besonders wertvoll“.