Jersey Boys

Kinostart: 31.07.14
2014
Filmplakat: Jersey Boys

FBW-Pressetext

Frankie ist ein junger Italo-Amerikaner aus New Jersey, der nur einen Traum hat: Er möchte singen. Mit seiner unverwechselbar hohen Stimme verzückt er schon früh seine Zuhörer, selbst den Mafia-Boss Gyp. Als ihn sein Kumpel Tommy de Vito in dessen Band holt, scheint die Erfüllung von Frankies Traum zum Greifen nah. Doch der erhoffte Plattenvertrag und der Erfolg bleiben aus. Eines Tages jedoch stößt der Sänger und Songschreiber Bob Gaudio zu der Truppe. Seine Lieder beleben die Band, die sich von da an „The Four Seasons“ nennt. Und aus dem hoffnungsvollen Frankie wird „Frankie Valli“. Der Rest ist Musikgeschichte. In den 1960er Jahren landete die Band unzählige Nummer-Eins-Hits und wurde für ihre Musik und vor allem für die einzigartige Falsetto-Stimme von Valli gefeiert. Vor zehn Jahren startete das gleichnamige Musical rund um die vier Jungs aus New Jersey seinen Siegeszug am Broadway. Kein anderer als der Altmeister Clint Eastwood hat sich nun der Verfilmung der musikalischen Vorlage angenommen. Wie im Musical dienen die einzelnen Hits der Band – „Big Girls don’t cry“, „Sherry’ oder auch „Oh what a night!“ – als Rahmen für die Handlung und sorgen für eine entspannte Wohlfühlstimmung. Dazwischen liefert Eastwood aber auch einen interessanten Einblick in das Amerika der 1960er Jahre und insbesondere in das spannungsgeladene Verhältnis zwischen Showbusiness und Mafia. John Lloyd Young verkörperte Frankie Valli bereits auf der Bühne. Und auch im Film verleiht er ihm eine gleichzeitig charismatische und warmherzige Präsenz. Dass er sämtliche Songs selbst singt, ist ein besonderer Genuss. Die gesamte Band ist eine Ansammlung liebenswerter Filous, die die Welt erobern wollen und doch nie ganz ihren Wurzeln entkommen können. Eastwood erzählt mit JERSEY BOYS die Geschichte einer einflussreichen Band. Doch er erzählt auch die Geschichte einer Freundschaft, die letzten Endes am American Dream scheiterte. Frankie Valli und die Four Seasons trennten sich in den Siebziger Jahren. Doch ihre Musik lebt weiter. Dieser Film besitzt Stil und Klasse und lässt nicht nur Fans der Musik beschwingt zurück.

Filminfos

Gattung:Drama; Spielfilm; Biopic
Regie:Clint Eastwood
Darsteller:John Lloyd Young; Erich Bergen; Michael Lomenda; Vincent Piazza; Christopher Walken; Mike Doyle; Renée Marino; Rrica Piccininni
Drehbuch:Marshall Brickman; Rick Elice
Kamera:Tom Stern
Schnitt:Joel Cox; Gary Roach
Musik:Bob Gaudio
Webseite:jerseyboys-derfilm.de;
Weblinks:; ;
Länge:134 Minuten
Kinostart:31.07.2014
Verleih:Warner
Produktion: GK films, RatPac Entertainment; RatPac-Dune Entertainment; Warner Bros.;
FSK:6

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Mit insgesamt 175 Millionen verkauften Platten zählen die Four Seasons zu den erfolgreichsten Bands aller Zeiten. Ihre Hits wie „December 1973 (Oh what a night)“, „Big girls don't cry“ und „Sherry“ sind Evergreens der Popmusik und bildeten in den 1960er Jahren einen Gegenpol zu der Motown-Welle. Aus einfachen Verhältnissen stammend, haben sie den Weg aus der italoamerikanischen Community New Jerseys an die Spitze der Charts geschafft – doch der Absturz, der unweigerlich folgte, war hart.

Clint Eastwoods swingende Hommage an die Jersey Boys basiert auf einem weltweit erfolgreichen Musical, das das Leben der vier Musiker nachzeichnet – und genau diese Provenienz merkt man dem Film auch deutlich an. Die liebevoll und mitreißend inszenierten Musiknummern, sorgfältig choreographiert und exzellent gesungen von den Darstellern, bilden die Höhepunkte des Films. Zwischen den einzelnen Hits der Four Seasons werden biographisch und musikalisch markante Wegmarken oftmals nur am Rande gestreift, manchmal hat man fast den Eindruck, als würde der Film in diesen verbindenden Passagen atemlos und oft nur in einem beiläufigen Dialogsatz pflichtschuldig alle erforderlichen Informationen zusammentragen.

Erschwert wird das Verständnis durch eine wechselnde direkte Publikumsansprache, bei der alle vier Protagonisten die „vierte Wand“ zum Zuschauer durchbrechen – und es dauert eine ganze Weiel, bis man versteht, dass ähnlich wie bei der Musik der Four Seasons, der Zusammenklang verschiedener Stimmen das Gesamtbild ergeben soll. Dennoch – und das liegt sicher auch an der direkten Mitwirkung zweier der vier Musiker – steht der Sänger Frankie Valli im Zentrum der Geschichte, er ist der Sympathieträger, dem die größte Präsenz eingeräumt wird. Weil der Film aber seiner privaten Entwicklung so wenig Zeit einräumt, fällt es dem Zuschauer schwer, sich mit diesem Aufsteiger aus kleinen Verhältnissen zu identifizieren. Bis zum Schluss bleiben er und die anderen drei Four Seasons in gewisser Weise fremd.

Weil aber die Musik absolut mitreißend ist und Eastwood (der sich selbst in dem Film einen kleinen Gastauftritt gönnt) mit spürbarer Begeisterung für die Songs und viel Liebe zur den kleinen Details der Ausstattung und des Setdesigns agiert, dürfte dieser Film trotz kleinerer erzählerischer Schwächen dennoch die Fans der Musik jener Tage für sich begeistern.