Jane Eyre

Kinostart: 30.01.97
1996

Kurzbeschreibung

Nach harter, entbehrungsreicher Internatszeit erhält eine junge Frau bei einem innerlich zerissenen und vom Schicksal gekennzeichneten Schloßherren eine Anstellung als Gouvernante, die zu einer fast tragischen Liebesbeziehung führt.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Spielfilm
Regie:Franco Zeffirelli
Darsteller:Anna Paquin; Nic Knight; Nicola Howard
Drehbuch:Hugh Whitemore
Buchvorlage:Charlotte Brontë
Kamera:David Watkin
Schnitt:Richard Marden
Musik:Claudio Capponi; Alessio Vlad
Weblinks:;
Länge:116 Minuten
Kinostart:30.01.1997
Verleih:Nil Film Art & Entertainment;
Produktion: Rochester Films Ltd., London, Rochester Films Ltd; Cineritmo S.r.l.;
FSK:6

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Zugegeben: Auf diese Geschichte, das historische Ambiente und die Erzählweise muß man sich als Zuschauer schon einlassen können und dies dann mit subjektiv-positiver Gefühlslage.

Mehrheitlich war aber der Ausschuß der Meinung, daß Altmeister Franco Zeffirelli sehr stilsicher und konsequent geradlinig den berühmten Roman von Charlotte Bronte filmisch umgesetzt hat.

Sparsam, aber durchaus echt in der Ausstattung wie der Kleidung wirkt das Werk im Gegensatz zu manch anderen Kostümfilmen der letzten Zeit nicht artifiziell und übertrieben opulent. Nein: Der Film stellt sich ganz in den Dienst der sehr verinnerlichten Erzählung mit gut angepaßtem Rhythmus, aber ohne Längen, und wohltuend auf Actionelemente verzichtend.

Sicher ist die Geschichte hoffnungslos veraltet für die Augen des modernen Zuschauers. Was sie aber auch heute noch einfühlsam vermitteln kann, ist zum einen ein eindrucksvolles Bild eines Englands Mitte vergangenen Jahrhunderts und geprägt vom viktorianischen Geist, in dem Klassendünkel noch dominierte und Moral, Religion und Ethik für heutige Verhältnisse fast unerträgliche Züge trugen. Zum anderen aber auch ein für die damalige Zeit ungewöhnliches Bild einer sich emanzipierenden jungen Frau, die mit Intelligenz, Mut und Herzensgüte bestehen konnte.

William Hurt überzeugt in der Rolle eines vom Leben gezeichneten Edelmannes wie seit langem nicht mehr. Charlotte Gainsbourg verkörpert großartig zurückgenommen in ihrer Verinnerlichung Jane Eyre. Allein ihre Leistung schon gibt dem Film die Qualität, nicht in Kitsch oder Sentimentalität abzurutschen.

Eine ruhige Kamera zaubert Bilder von schöner Atmosphäre, die Musik paßt sich dem ruhigen Tenor an. Das gut adapierte Drehbuch vermittelt mit schönen Dialogpassagen Sprache und Stil der Epoche.