Jagdsaison

Kinostart: 18.08.22
2022
Filmplakat: Jagdsaison

FBW-Pressetext

Girls just wanna have fun – ein wilder Mädelstrip, mit einem großartigen Ensemble voller Spiellust und Laune.

Nicht nur ist Eva extrem genervt davon, dass sich Bella, die neue Freundin ihres Ex-Manns, so gut mit ihrer Tochter versteht. Jetzt ist Bella auch noch mit ihrer besten Freundin Marlene befreundet! Als die Beiden ein Wellness-Wochenende planen, bei dem Marlene ihrer Affäre nachjagen will, beschließt Eva kurzerhand, sie zu begleiten. Um das Schlimmste zu verhindern. Der ungewöhnliche Roadtrip der drei Freundinnen wider Willen lässt es auf der Kinoleinwand mit jeder Menge Slapstick und einer großen Spielfreude der Darstellerinnen so richtig krachen.

Von Beginn an zeigen Regisseur Aron Lehmann und die Autorinnen Lea Schmidbauer und Rosalie Thomass, dass sie mit ihrer Komödie JAGDSAISON keine leisen Töne anschlagen. Die zahlreichen Gags vermeiden auch intime Themen nicht und wollen nicht subtil, sondern mit voller frontaler Deutlichkeit verstanden werden. Dass der Film trotz aller Deftigkeit auch viel Herz besitzt, liegt an der grandiosen Chemie zwischen den drei Hauptdarstellerinnen Rosalie Thomass, Almila Bagriacik und Marie Burchard. Bagriacik ist mit ihrer passiv-aggressiven Zickigkeit und ihrer überbetonten Zen-Haftigkeit die perfekte Antagonistin für Thomass als chaotisch-verpeilte Eva, die vom eigenen Erwachsensein überfordert zu sein scheint und nichts auf die Reihe kriegt. Burchard ist kongenial besetzt als Puffer zwischen den beiden Fronten, die trotz Reife und Ausgeglichenheit nun auch darauf pocht, sich endlich einmal etwas zu nehmen, was sie will. Gegen jede Vernunft und das ewige Verantwortungsbewusstsein. Die einzelnen Figuren sind wunderbar ausgearbeitet, doch besonders als Trio lassen sie gemeinsam die Funken auf der Leinwand sprühen. Auch der Rest des Ensembles, in dem ausnahmsweise mal die Männer wie Golo Euler, August Wittgenstein oder auch Thorsten Merten als „schmückendes Beiwerk“ fungieren, hat augenscheinlich einen großen Spaß an dem, was in dem detailreich ausgestatteten Wellnesshotel-Setting geschieht. Mit entwaffnender Leichtigkeit, einem stimmungsvollen Party-Soundtrack und jeder Menge skurriler Einfälle ist JAGDSAISON ein wilder Trip für die Lachmuskeln.

Filminfos

Gattung:Komödie; Spielfilm
Regie:Aron Lehmann
Darsteller:Rosalie Thomass; Almila Bagriacik; Marie Burchard; Golo Euler; August Wittgenstein; Tobias Licht; Michael Klammer; Thorsten Merten; Luc Feit; Cornelius Schwalm
Drehbuch:Lea Schmidbauer; Rosalie Thomass
Kamera:Andreas Berger
Schnitt:Ana de Mier y Ortuño
Musik:Annette Focks; Pia Hoffmann
Webseite:tobis.de;
Länge:93 Minuten
Kinostart:18.08.2022
Verleih:Tobis
Produktion: Tobis Film GmbH, Rialto Film; SevenPictures Film;
FSK:12
Förderer:FFA; BKM; MBB; DFFF; MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Der Anfang des Films legt sofort die Spur, in der sich die Komödie JAGDSAISON bewegt. Sie ist turbulent und bunt, schreckt vor keiner Steigerung chaotischer Ereignisse zurück und erfreut sich einer gut aufgelegten Riege von Schauspielerinnen und Schauspielern.
Wesentlich zum Gelingen des Films trägt natürlich bei, ob die Komik funktioniert, aber auch inwiefern die Hauptdarstellerinnen den Film zu tragen in der Lage sind. Rosalie Thomass spielt Eva bravourös. Besonders hervorgehoben wurde in der Jury, wie es ihr gelingt, eine Frau zu spielen, die in sehr vielfältiger Art und Weise dem entspricht, was im positiven Sinne als „edgy“ bezeichnet wird. Sie ist ausgefallen und schrill, doch nicht nur bezüglich ihrer äußerlichen Erscheinung, sondern auch in ihrem Handeln und in ihren Wertevorstellungen. Sie weicht von vielen weiblichen Stereotypen erfrischend ab. Vielleicht ist die Tollpatschigkeit ein wenig zu stark ausgeprägt, doch daraus resultiert ein Großteil der Situationskomik. Auch Almila Bagriacik und Marie Burchard spielen ihre Parts bravourös, gerade auch deshalb, weil sie nicht nur als ein wenig ernsthafteres Pendant zu Eva fungieren (wie das nicht selten in komischen Figurenpaaren bzw. -trios angelegt wird), sondern ihre eigenen komödiantischen Eigenarten entwickeln.
Der Komik kann dabei nicht vorgeworfen werden, dass sie immer wieder zum Slapstick wird. Schon die Anfangssequenz zeigt ja deutlich, wie weit der Film in seiner überbordenden Komik zu gehen bereit ist. Slapstick ist zudem kein Qualitätsmerkmal. Es handelt sich ja um eine Spielart der Komik. Sie muss nur funktionieren, auch wenn sie derbe Züge annimmt und eine tabubrechende Körperkomik annimmt. Dies ist in JAGDSAISON überwiegend der Fall und kann durchaus als gelungene deutsche Humor-Variante von Filmen à la Judd Apatow betrachtet werden.
In Bezug auf den Humor gab es in der Jury auch unterschiedliche Meinungen. Manche Witze wurden von einzelnen Jurymitgliedern als „platt“ eingeordnet, was aber, so das Ergebnis der Diskussion, bei dem enormen Tempo des Films und der hohen Dichte an komischen Situationen aber verzeihlich ist.