In einer besseren Welt

Kinostart: 17.03.11
2010
Filmplakat: In einer besseren Welt

FBW-Pressetext

Anton lebt den Spagat zwischen zwei Welten: Mehrere Monate im Jahr rettet er als idealistischer Arzt in einem afrikanischen Flüchtlingscamp Menschenleben. Zuhause, in der Idylle der dänischen Provinz, muss er sich als engagierter Vater und Ehemann den Herausforderungen des Familienalltags stellen. Seine Ehe mit der Ärztin Marianne steht kurz vor dem Aus, als die innige Freundschaft seines Sohns Elias zu seinem einsamen Schulkameraden Christian eine lebensgefährliche Wendung nimmt und Anton vor die Frage stellt: Wie stark sind sein Glaube an die Gerechtigkeit und der Wunsch, seine Haltung zu bewahren? Der beeindruckende Film der dänischen Regisseurin Susanne Bier verarbeitet intensiv die Themen Gerechtigkeit und Liebe zueinander. Das starke Drehbuch wird von fantastischen Darstellern vermittelt, vor allem die Kinder berühren und fesseln den Zuschauer durch ihre schauspielerische Leistung. Die ruhigen Bilder beschönigen nichts, die Erzählung bleibt bis zum Ende spannend und überzeugt. Dieser emotionale, intensive und wichtige Film ist der würdige Preisträger des diesjährigen Auslands-Oscar!

Filminfos

Gattung:Drama; Spielfilm
Regie:Susanne Bier
Darsteller:Mikael Persbrandt; Trine Dyrholm; Ulrich Thomsen; William Jøhnk Nielsen; Markus Rygaard; Wil Johnson; Eddie Kihani; Emily Mglaya; Gabriel Muli; June Waweru; Mary Hounu Moat; Synah Berchet
Drehbuch:Susanne Bier
Kamera:Morten Søborg
Schnitt:Pernille Bech Christensen; Morten Egholm
Musik:Johan Söderqvist
Länge:118 Minuten
Kinostart:17.03.2011
Verleih:Universum
Produktion: Zentropa International Köln, DR; Danske Filminstitut; Swedish Film Institute; Trollhättan; SVT; Nordisk Film- & TV-Fond; Memfis Film; Film i Väst; Film Fyn;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Ein hervorragendes Drehbuch, an dem Regisseurin Susanne Bier selbst mitwirkte, verknüpft die Geschichte von zwei Familien in einem idyllischen Ort am Meer in Dänemark auf schicksalhafte Weise.
Da ist der Arzt Anton, der aufopferungsvoll in einem Flüchtlingscamp in Afrika wirkt und nur zu bestimmten Zeiten bei seiner Familie in Dänemark weilt. Darunter leiden die Kinder, vor allem Sohn Elias, und hinzu kommt noch die bevorstehende Trennung von Ehefrau Marianne. Und da ist Claus, der nach dem Krebstod seiner Frau Sohn Christian aus London nach Dänemark bringt. Elias, der in der Schule gemobbt wird, und Christian, der seinem Vater die Schuld am Tod der schmerzlich vermissten Mutter gibt, bilden ein Bündnis zum gegenseitigen Schutz und auch als ein mit Gewalt gepaartes Ventil für ihre verletzten Gefühle.

Eltern und Kinder der beiden Familien verstricken sich in einen tragischen Kreis um Verlust und Trauer, um Ohnmacht und Mut, um Gewalt und Rache. Dramaturgisch geschickt werden Szenen in Dänemark denen in Afrika gegenüber gestellt.

Eindrucksvoll die Gespräche zwischen den Erwachsenen und im Besonderen mit den jugendlichen Protagonisten, in denen die Themen um Schmerz und Gewalt mit bewegenden Dialogen aufgearbeitet werden. Eine hervorragende Kameraführung bietet mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen, die durch einen einfühlsamen Musikscore begleitet werden, sowohl in Dänemark wie auch in Afrika die notwendigen Ruhephasen für den Zuschauer. Sensible Nahaufnahmen wiederum verstärken die Eindringlichkeit der Dialoge. Geglückt ist auch die Besetzung des Films. Das Spiel der Erwachsenen wie auch der Kinder ist sehr überzeugend.