Herr Böseguck und die Beule

Kurzbeschreibung

"Herr Böseguck und die Beule" ist ein Kurzfilm über das Glück gegen eine Wand zu laufen.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Kinderfilm; Kurzfilm
Regie:Agnieszka Jurek
Drehbuch:Agnieszka Jurek
Schnitt:Agnieszka Jurek
Musik:Carsten Aschmann; Fanny Aschmann
Länge:2 Minuten
Kontakt:post@noudelle.de
Produktion: smiling line productions Agnieszka Jurek
Förderer:Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Dies ist ein Film für ein sehr junges Publikum, und dem entsprechend hat die Filmemacherin Agnieszka Jurek ihre Geschichte von einem übellaunigen Mann, der gegen eine Wand läuft, in der Form einer extrem minimalistischen Zeichenanimation erzählt. Schon der Titel hat die kindgerechte und einfache Deutlichkeit, die den Film auf allen Ebenen auszeichnet. Der Entwurf des Protagonisten erinnert an die Figuren des deutschen Zeichners Erich Ohser. Nachdem dieser Herr Böseguck eine Weile böse geguckt hat, läuft er gegen eine Wand und holt sich die im Filmtitel versprochene Beule. Diese wird durch einen einfachen roten Fleck visualisiert, der sich im Gesicht des Protagonisten in verschiedene Richtungen bewegt und ausbreitet. Gegen etwas rennen, sich dabei wehtun und dann eine Beule bekommen entspricht den Alltagserfahrungen der Zielgruppe, doch der überraschende Dreh der Geschichte dürfte sie amüsieren und zum Nachdenken anregen. Denn Herr Böseguck wird durch seinen kleinen Unfall im positiven Sinne aus der Bahn geworfen. Er ist verwirrt, läuft nicht mehr wie davor rigide geradeaus, sondern wankt in Zickzacklinien, und schließlich überwältigt ihn das vermeintliche Malheur so, dass sich sein Gesicht zu einem Lächeln verformt. Ein schmerzhaftes Ungeschick kann also zu einem Happy End führen, eine Krise kann eine Chance bieten. Mit dieser optimistischen Botschaft hat Agnieszka Jurek ein sowohl dramaturgisch wie auch stilistisch schlüssiges Ende gefunden. Und weil sich in ihrem Film Inhalt und Form auf eine einfallsreiche und überzeugende Weise zu einer Einheit fügen, wird er mit dem Prädikat „wertvoll“ ausgezeichnet.