Hereafter - Das Leben danach

Kinostart: 27.01.11
2010
Filmplakat: Hereafter - Das Leben danach

FBW-Pressetext

Für George Lonegan, der als Medium mit den Toten sprechen kann, ist seine Gabe eine erdrückende Bürde, der er nicht mehr folgen will. Doch gerade jetzt könnte der zwölfjährige Marcus in London seine Hilfe gut gebrauchen. Aufgrund einer Schicksalsverkettung kommt sein Zwillingsbruder Jason ums Leben und Marcus würde alles dafür geben, noch einmal mit seinem toten Bruder reden zu können. Und dann wäre da noch die französische Journalistin Marie, die das furchbare Tsunami-Unglück erlebt und nur knapp dem Tod entrinnt, was ihr bisheriges Leben auf den Kopf stellt. Drei Menschen, drei Schicksale. Clint Eastwood, Meister des Erzählkinos, verknüpft sie in einer flüssig dahingleitenden Dramaturgie wunderbar miteinander. Der Film nimmt sich Zeit, Figuren und Hintergründe langsam einzuführen und lässt so den hervorragenden Darstellern genügend Platz, Gefühle intensiv und subtil zu vermitteln. Eastwood erzählt ohne Effekthascherei gewohnt geradlinig, alles wirkt natürlich. Auch die Musik, die er erneut selbst komponiert hat, unterstützt die Emotionen. HEREAFTER ist eine wunderschöne filmische Gratwanderung zwischen Dies- und Jenseits.

Filminfos

Gattung:Thriller; Spielfilm
Regie:Clint Eastwood
Darsteller:Matt Damon; Cécile de France; Thierry Neuvic; Cyndi Mayo Davis; Lisa Griffiths; Jessica Griffiths; Ferguson Reid; Derek Sakakura; Jay Mohr; Richard Kind
Drehbuch:Peter Morgan
Kamera:Tom Stern
Schnitt:Joel Cox; Gary Roach
Musik:Clint Eastwood
Webseite:hereafter-der film.de;
Länge:129 Minuten
Kinostart:27.01.2011
Verleih:Warner
Produktion: Kennedy Marshall Produktion, Malposo Produktion;
FSK:12

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Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Was kommt nach dem Tod? Viele Filme im Fantasy- Genre haben sich schon dieses Themas angenommen. Nach einem äußerst kunstvoll und vielschichtig aufgebauten Drehbuch von Peter Morgan gelang Regie-Altmeister Clint Eastwood erstmals, dieses Phänomen sehr ernsthaft filmisch umzusetzen.

Langsam gelingt dem Zuschauer der Einstieg in drei ineinander verwobene Schicksale, die scheinbar nichts miteinander verbindet. Eine berühmte französische Journalistin und Fernsehmoderatorin aus Paris, die bei der Tsunami-Katastrophe in Indonesien kurz vor dem Überschreiten der Schwelle zum Tod Visionen erfährt und gerettet wird. Ein Junge in London, der seinen geliebten Zwillingsbruder bei einem Unfall verliert, verbissen den Kontakt zu ihm im Jenseits sucht und auf geheimnisvolle Weise dem Terroranschlag in der Londoner U-Bahn entkommt. Und ein Mann in San Francisco, welcher die Fähigkeit besitzt, als Medium Kontakt zu den Toten aufzunehmen, und damit nicht mehr leben kann und will.

Ruhig und geradlinig und ohne Effekthascherei erzählt der Film diese Schicksale, die durch eine präzise Montage dramaturgisch geschickt und spannend aufeinander zulaufen und sich schließlich verbinden. Clint Eastwood verteidigt mit den verschiedenen Aspekten von Erfahrungen seiner Protagonisten nicht die These eines Lebens nach dem Tode, wobei er niemals der Versuchung erliegt zu werten. Er zeigt aber auch all die Scharlatanerie, die mit der Trauer und der Sehnsucht von Hinterbliebenen getrieben wird.

Matt Damon und Cécile de France brillieren in den Hauptrollen und auch das Spiel der Zwillingsjungen George und Frankie McLaren ist bemerkenswert. Kamera, Set-Design, Montage und Kostüm waren in den Händen von Eastwoods bewährtem Stamm-Team und für die angemessene musikalische Untermalung sorgte er selbst. Alles in handwerklicher Perfektion, die den Film unter seiner unverwechselbaren Inszenierungskunst zu einem großen Erlebnis werden lassen.